Antragsgegnerin schlägt Vergleich im Fall Advanced Inflight Alliance vor

Im Spruchverfahren zwischen Altaktionären der Advanced Inflight Entertainment AG und der Global Entertainment GmbH haben die Antragsgegner nach Informationen von Spruchvefahren-Direkt.de einen Vergleich vorgeschlagen. Dieser schließt eine Erhöhung der Abfindung und eine Erstattung der Prozesskosten ein.

Das LG München I hatte bereits in der mündlichen Verhandlung vom 14. August 2015 einen Vergleich in Höhe von 8,20 Euro je Aktie angeregt. Auf dieser Grundlage haben sich nun offenbar die Vertreter er Antragsgegner, namentlich Rechtsanwalt Norman Wasse als Vertreter von King & Wood Mallesons LLP, an die wichtigsten Vertreter er Altaktionäre gewandt, unter ihnen die Rechtsanwaltskanzleien Dreier/Riedel, Weimann sowie die Gemeinsame Vertreterin Daniela Bergdolt.

Der Vergleich sieht demnach vor, die Abfindung von bislang 7,63 Euro auf 8,20 Euro zu erhöhen. Darüber hinaus bietet die Antragsgegnerin an, Verfahrensgebühren, Einigungsgebühren und Reisekosten der Verfahrensbeteiligten zu übernehmen.

Die Antragsgegnerin plant, dies nach Absprache mit den kontaktierten Aktionärsvertretern dem LG München I vorzuschlagen. Danach sollen alle Verfahrensbeteiligten Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten.

Die außerordentliche Hauptversammlung der Andvanced Inflight Etertainment AG hatte am 21. Februar 2014 den Beschluss gefasst, "die auf den Inhaber lautenden Stückaktien der übrigen Aktionäre der Advanced Inflight Alliance AG (Minderheitsaktionäre) werden gem. § 62 Abs. 5 UmwG i.V.m. §§ 327a ff. AktG gegen Gewährung einer von der Global Entertainment AG mit Sitz in München (Hauptaktionärin) zu zahlenden angemessenen Barabfindung in Höhe von EUR 7,63 je auf den Inhaber lautender Stückaktie der Advanced Inflight Alliance AG auf die Hauptaktionärin übertragen."

Mit Eintragung des Übertragungsbeschlusses in das Handelsregister der Zielgesellschaft und der Antragsgegnerin ist die Übertragung am 16. April 2014 vollzogen worden.

Die 79 Aktionäre, die ein Spruchverfahren zur Bestimmung einer angemessenen Barabfindung eingeleitet haben, sehen die Zielgesellschaft deutlich unterbewertet. Deren Position auf dem Weltmarkt sei nicht hinreichend gewürdigt. Denn die Zielgesellschaft beherrsche mehr als 50 Prozent des Marktes. Der Drang zum On-board-Entertainment sei derweil ungebrochen.
 

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