DAB Bank AG: Erste mündliche Verhandlung

Im Spruchverfahren zwischen ehemaligen Aktionären der DAB Bank AG und der BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland vor dem Landgericht München I fand am 1. September 2016 die erste mündliche Verhandlung statt. Das Gericht ließ durchblicken, dass es mit der bisher festgesetzten Barabfindung nicht einverstanden ist. Diese bilde die tatsächliche Entwicklung des ersten Halbjahrs 2015 nicht zutreffend ab; außerdem sei der Kapitalisierungszinssatz zu hoch.

Im Spruchverfahren zwischen ehemaligen Aktionären der DAB Bank AG und der BNP Paribas S.A. Niederlassung als Antragsgegnerin hat am 1. September 2016 die erste mündliche Verhandlung vor dem Landgericht München I unter Vorsitz des Vorsitzenden Richters am Landgericht, Dr. Helmut Krenek, stattgefunden.

Gleich zu Beginn der Verhandlung erklärte der Vorsitzende, dass er die von der Antragsgegnerin festgesetzte Barabfindung in Höhe von 4,78 EUR je Inhaber-Stückaktie (auf Basis des Börsenkurses) für unangemessen halte. Insbesondere die Tatsache, dass die Gesellschaft bis zum Bewertungsstichtag am 29. Mai 2015 tatsächlich fast schon das gesamte für 2015 geplante Ergebnis erzielt habe, wecke Zweifel an einer sachgerechten Planung. Auch die Marktrisikoprämie in Höhe von 5,5% kritisierte der Vorsitzende als überhöht. Die Antragsgegnerin wurde aufgefordert, ein Vergleichsangebot an die ausgeschlossenen Aktionäre zu richten, das mindestens eine "Fünf" vor dem Komma ausweisen müsse.

Da sich die Antragsgegnerin naturgemäß hierzu im Termin nicht erklären konnte und auch nicht alle Antragsteller vertreten waren, wurden die Abfindungsprüfer, Wirtschaftsprüfer Johannes Wedding und Wirtschaftsprüferin Catherine Dentler, angehört.

Gegenstand der Anhörung war der Planungsprozess, nachdem es dazu im Übertragungsbericht hieß, dass der reguläre Planungsprozess wegen der Übernahme "ausgesetzt" worden sei. Das schürt den Verdacht anlassgebunder Planungen, welche die Abfindungserwartung der Antragsgegnerin als Zielgröße im Auge gehabt hat.

Behandelt wurde die Auflösung des Milliardenportfolios des Altaktionärs Unicredit und Neuanlage des Portfolios der Antragsgegnerin zu deutlich niedrigeren Zinsen. Dies sei nach Angabe der Prüfer aufsichtsrechtlichen Vorgaben geschuldet gewesen.

Schwerpunkt der mündlichen Erörterung war erwartungsgemäß die Plan-Ist-Abweichung im ersten Planjahr 2015. Die Gesellschaft hat bereits im ersten Halbjahr das von der Antragsgegnerin für das gesamte Jahr geplante Ergebnis übertroffen. Damit wäre die Planung nur dann plausibel, wenn realistisch davon hätte ausgegangen werden dürfen, dass im zweiten Halbjahr ein entsprechender Verlust auftritt. Das aber war nach den Rekordzuwächsen im Kundenstamm und bei den Wertpapiertransaktionen nicht zu erwarten. Entsprechend erklärte der Prüfer, dass er diese Bedenken nachvollziehen könne. Ihm hätten aber zum Zeitpunkt seiner Tätigkeit nur die Zahlen bis April vorgelegen; und zu dem Zeitpunkt sei der Plan noch nicht übererfüllt gewesen.

Wie bereits in anderen Verfahren vor dem Landgericht München I beobachtbar, wurden die Prüfer zu zahlreichen Details befragt. Das führte dazu, dass eine Behandlung aller offenen Fragen nicht möglich war. Die Verhandlung wurde daher vertagt in die Sitzung vom 9. Dezember 2016.
 


Zielgesellschaft:

DAB Bank AG (WKN 5078 230 / ISIN DE0005072300)