Itelligence AG: LG Dortmund erhöht Barabfindung deutlich

Das Spruchverfahren des Bielefelder IT-Dienstleisters Itelligence ist am 4. November 2015 vor dem Landgericht Dortmund abgeschlossen worden. Die Richter haben die Barabfindung für Minderheitsaktionäre von 10,80 auf 15,83 Euro erhöht. Dies entspricht einem Zuwachs von gut 46 Prozent.

Die deutliche Abweichung der ursprünglichen Barabfindung von 10,80 auf nun 15,83 Euro beruht auf der Anpassung des Basiszinssatzes an die tatsächlichen, ungerundeten Verhältnisse am Bewertungsstichtag, der Verminderung der Marktrisikoprämie und des Betafaktors.

Der Gesamtwert des auf SAP-Systeme spezialisierten IT-Dienstleisters wurde demnach zunächst vom Hauptaktionär auf 312 Millionen Euro, vom Landgericht Dortmund nun indes auf 475 Millionen Euro taxiert.

Insbesondere hinsichtlich der Marktrisikoprämie widersprachen die Richter (LG Dortmund, Az. 18 O 52/13) der Empfehlung des Fachausschuss für Unternehmensbewertung und Betriebswirtschaft (FAUB) des Instituts für Wirtschaftsprüfer (IDW), diese aus Anlass der Finanzkrise um 100 Basispunkte zu erhöhen. Stattdessen schlossen sie sich dazu der gleichlautenden Entscheidungen des LG Frankfurt am Main an.

Dem Spruchverfahren vorausgegangen war am 23. Mai 2013 ein Beschluss der Hauptversammlung der Itelligence AG, die übrigen noch rund 470.000 Aktien auf den Hauptaktionär, die NTT Data Europe GmbH & Co. KG, per Squeeze-out zu übertragen.

Die Entscheidung kann noch mit der Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf angegriffen werden.

 

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Website der Itelligence Group