Auf der außerordenlichen Hauptversammlung am 4. Mai 2026 stimmten die Aktionäre der UniCredit einer Kapitalerhöhung zu, die Voraussetzung für ein Übernahmeangebot an die Aktionäre der Commerzbank AG ist. Die UniCredit hatte angekündigt, ihr Übernahmeangebot im Laufe des 5. Mai 2026 vorzulegen.
Aus einer Pressemitteilung vom 05.05.2026:
Die italienische Großbank UniCredit demonstriert im Übernahmekampf mit der Commerzbank Stärke. Im ersten Quartal baute das Mailänder Institut seinen Gewinn um 16 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro aus und übertraf damit die Analystenerwartungen. Im Laufe des Dienstags wollen die Italiener ein Übernahmeangebot für die Commerzbank vorlegen.
Zum Rekordgewinn von Unicredit im ersten Quartal trug auch ein Gewinnbeitrag von rund 200 Millionen Euro aus den Beteiligungen an der Commerzbank und an der griechischen Alpha Bank bei. Zins- und Provisionsüberschuss legten ebenfalls zu. Für das Gesamtjahr rechnet Unicredit nun mit einem Nettogewinn von mindestens elf Milliarden Euro statt wie bisher von elf Milliarden Euro.
Die Analysten der US-Bank Citi sprachen von „sehr guten Ergebnissen“. Unicredit demonstriere damit, dass sie auch aus eigener Kraft eine überzeugende Strategie habe, egal, wie der Übernahmekampf um die Commerzbank ausgehe. Die Unicredit-Aktie legte zum Handelsstart rund drei Prozent zu.
Unicredit erklärte in einer Präsentation, das Institut werde von seiner Beteiligung an der Commerzbank weiterhin profitieren, unabhängig vom Ausgang des Übernahmeangebots. Sollten die Italiener damit die Kontrolle über die Commerzbank erlangen, erwarten sie eine Wertsteigerung vor Steuern von 0,8 Milliarden Euro bis 2028. Sollte es zu einer Übernahme kommen, rechnet Unicredit über 2030 hinaus mit einer Wertsteigerung von zwei Milliarden Euro.
Im ersten Quartal stieg die Eigenkapitalrendite (RoTE) des Mailänder Instituts auf 25,8 Prozent, womit es besser abschneidet als fast alle anderen Großbanken in Europa. Ein Grund dafür ist das strikte Kostenmanagement, inklusive des weiteren Abbaus von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Konzernweit sank die Zahl der Vollzeitstellen im Vergleich zum Vorjahresquartal um drei Prozent auf 66.967, bei der deutschen Tochter Hypo-Vereinsbank (HVB) sogar um fünf Prozent auf 8.328. Seit der Übernahme der HVB 2005 hat Unicredit damit fast zwei Drittel aller Stellen beim Münchner Geldhaus gestrichen. Der starke Stellenabbau bei der HVB ist ein Grund dafür, warum sich Beschäftigte, Gewerkschafter und Politiker seit anderthalb Jahren gegen eine Übernahme durch Unicredit aussprechen.
Das Institut war 2024 bei der Commerzbank eingestiegen und kontrolliert inzwischen knapp 30 Prozent der Anteile. Die Italiener würden das Frankfurter Institut gern komplett übernehmen. Die Commerzbank und die Bundesregierung, die auch zweitgrößter Aktionär des Instituts ist, lehnen dies jedoch ab.
Die Unicredit-Aktionäre hatten am Montag auf einer außerordentlichen Hauptversammlung einer Kapitalerhöhung zugestimmt. Sie ist die Voraussetzung für das Übernahmeangebot für die Commerzbank.
Unicredit hatte bereits Mitte März angekündigt, im Rahmen eines freiwilligen Übernahmeangebots den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis für die Commerzbank bieten zu wollen. Dieser orientiert sich am volumengewichteten Durchschnittskurs der Commerzbank in den drei Monaten vor der Ankündigung des Übernahmeangebots und wird von der deutschen Finanzaufsicht Bafin festgelegt.
Die Angebotsfrist soll vier Wochen laufen und bei Bedarf um zwei Wochen verlängert werden. Da diverse Behörden dem Geschäft noch zustimmen müssen, rechnet das Mailänder Geldhaus mit einem Abschluss der Transaktion jedoch erst im zweiten Quartal 2027. (…)
Zielgesellschaft:
COMMERZBANK AG (ISIN: DE000CBK1001/ WKN: CBK100)
+++aktionaersforum Redaktion Spruchverfahren+++
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