TA TRIUMPH-ADLER AG - 2013-03-28 - LG-BESCHLUSS - SQUEEZE-OUT

Landgericht Nürnberg-Fürth'
Az.: 'I HK 0.9302/10
In dem Verfahren

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gegen
wegen Feststellung gem.§ 327a AktG
erlässt das Landgericht Nürnberg-Fürth - 1. liammer für Handelssachen- durch den
Vorsitzenden Richter am Landgericht und die Handelsrichter und
äm 23.03.2013 den folgenden

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B e t'h 1 u s
I. Die von der Antragsgegnerin wegen des in der Hauptversammlung der TA Triumph-Adler
AG vom 20.04,2010 gefassten Obertragungsbeschfusses an die Minderheitsaktionäre zu
bezahlende:angefressene Barabfindung wird auf Euro 2,13 /Aktie festgesetzt.
11. Der Antrag des Antragstellers zu 95 wird zurrickgewiesen
IH. Die Antragsgegnerin tragt die Gerichtskosten, sowie die Vergütung und die Auslagen des
gemeinsamen Vertreters der aussenstehenden Aktiänäre.
IV. Die 'Antragsgegnerin trägt weiter die Kosten der
.
Antragsteller, mit Ausnahme des
Antragstellers zu 95, soweit sie zur zweckentsprechenden Erledigung der Angelegenheit
notwendig waren. Der Antragsteller zu 95- trägt die ihm zur zweckentsprechenden
Erledigung der;Angelegenheit entstandenen Kosten selbst.
V. Die Vergütung des gemeireamen Vertreters der aussenstehenden Aktionäre wird auf
Euro 9.829,40. incl. gesetzliche Mehrwertsteuer festgesetzt.
Vl. Der GeSchäftswert wird auf Euro 582.112 festgesetzt.
VII. Die gesetzlichen Vertreter der Antragsgegnerin haben die Entscheidung IM
elektronischen Bundesanzeiger bekannt zu machen.

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Gründe
Die Antragsteller waren Kainderheitsaktioneire der TA Triumph-Adler AG (im weiteren TA).
Die Hauptversamffilung der TA hat am 20.04.2010 (Stichtag) auf yerlangen der
Antragsgegnerin beschlossen, die Aktien der Minderheitsaktionäre auf die Antragsgegnerin
als Hauptaktionärin zu übertragen. Die Antragsteller sind der Ansicht, die dabei festgelegte
Barabfindung in Höhe von 1,90-/ Stückaktie'sei Unangemessen niedrig. Sie begehren im
vorliegenden Sprucherfahren die gerichtlidhe Bestimmung einer höheren Barabfindung.
I. Zu den beteiligten Unternehmen
1. Die TA hat ihren Sitz in Nürnberg und ist unter HR B 442 im Register des
Amtsgerichtes N0rnberg eingetragen. Das Geschäftsjahr `:der TA entsprach bis
31.12.2009 dem Kalenderjahr.,Ab diesem - Zeitpunkt läuft dae Geschäftsjahr vom 1.
April eines Jahres bis zum 31. März des Folgefahret Die Zeit vom 01.01.2011 bis
31.03.2019
.
ist Rurripfgeschäftsjahr. Das Grundkapital der TA betrug zum Stichtag
50.302.822,65..und war in 55.381.257' auf den Inhaber lautende Stückaktien zu
einem Nennwert von je Euro 1,45 eingeteilt Das Srundkapital ist in voller Höhe
einbezahlt Zum Stichtag hielt die Antragsgegnerin 52:850,017 auf den Inhaber
lautende Stückaktien (i.e. 95,43 %). Die Aktien im Übrigen sind in Streubesitz. Die
Aktien der TA werden unter ISIN DE 0007495004 am , amtlichen Markt der
Wertpapierbörse Frankfurt, im Freiverkehr der Börsen Berlin, Düsseldorf, München
und Stuttgart, sowie im elektronischen Handelasysten1XETRA gehandelt.
Die TA vertreibt europaweit Kopierer, Scanner, Drucker und_ Faxgeräte, die die
Antragsgegnerin herstellt, sowie zugehörige Dienstleistungen unter den Marken ,TA
Triumph-Adlern. und "UTAX". Dabei setzt die TA in erster Linie, im Gegensatz zu ihren
Wettbewerbern, auf Leasing. Ihren grössten Umsätz erzielt die TA durch den
Direktveitrieb der Produkte an mittelständische Behörden und Uhternehmen.

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Deneben erfolgt der Vertrieb über Fechhändler und Distributionspartner.
Die TA hält zum Stichtag Anteile folgender Tochtergesellsthaften, wobei mit allen
deutschen Töchtern Unternehmensverträge bestehen:
TA Triumph Adler Baden ürtteriterg GrObH - 100 %
TA Triumph Adle US/Wfl.GmbH - 100'% .
TA TritimPfrAdler Vislnfo AG . '100 %
:' TATriadiiiii ,Ad ler Cedrate Coneülting GmbH . . 100%.
.Tflenph.Adlerbenelux1337.. 1,00a.
TA.TridtddhlAdler AdrdEk,GhibH ' .100%
TATdutripliAdler.West.GriibH' : - 100. %',.
.TA.Tfideti Adlet.Ddödniedt S.olutionstmel. ' :. . -100%..
TATrlintiph:Adler:MItteldedtdöhlahd GmbH . ' ' 100%:
TA:TritirddhAdleiladCief GMbH.. ' 100'%..
TA TridmidltAdler.GritH; thedihitz, GertZwicka4i , 10.0a .'
adliiiee.Ofte:eiteins:Gmbk. , ,' 700,% :
.CHO, Coi*Holdiee.SFKGrilbli _ . 100 %
. Codii.ceskareljublike:.ekr.O.'.. .100a.
Coplässleveldeeddts:riö:
TA Triuffidh:Adlereieske s.r:o. 100a
-LltexSIdiräkie.e:r.b....'.. .100a :
. UteerbR : . -10.0 % "
ljex:11K::Ltd:: .. ,..100 %'
:I J.:SX: inaesnorit . Training & Supfrirtlearn,GmbH- - 100%
..Illtex1:16eFerits GrnbH.. :-. -. 100 %
TAIeisIneGieFl
. , .100%
- .10.% f&S3Fiiielid&end .SeKoice:Letäsin anbei . -
,Triürripli:Adle Outgeolidlotis. OrribH'.'
TA:Tderripli,AdlereeteiliguiS V2 GhibH
..WIllmyallittäähtiereadd .GmbH . . ._ .100a
Kepier. HoldfeteGmbH:. : , 100 %...
Corieülte:Bürdte.chnIk'spolsine. . ' -. . 49'%`.
Bei der F84S Finance and Service Leasing GmbH erhält-die TA eine Beteiligung von
50% am Gewinn. Bei'der Consulta Bürotechnik spol.s.r.6. eine där Beteiligung am
Kapital entsprechenden Anteil am Gewinn von 49%.
Im Januar 2010-beschäftigte
,
die TA 1.242 Mitarbeiter. In 2007 erzielte sie nach den
Konzernabschlüssen, erstellt nach den International Repoding Standards (IRS) und
den International. Accounting Standards (IAS) ohne Anpassungen nach IAS bei
UmsatzerlöSen von Euro
.
416.100A55 ein Konzernergebnis von 40.740.341, in 2008
bei Umsatzerlösen von 358,207.280 ein Konzernergebnis von -.16.809:766 und in
2009 bei Umsatzerlösen von E 287.50a 000 ein Konzernergebnis von -.13,739,000.
Z Die Antragsgegnerin ist eine nicht börsennotierte Corporation nach japanischem
Recht mit Sitz in Osakä, Japan. Sie ist im Handelsregister von Osaka unter
eingetragen. Das Grundkapital der Antragsgegnerin belief sich per
12.02.2010 auf umgerechnet 98.095315. Es wird alleine gehalten von
, einer börsennotierten Aktiengesellschaft nach japanischern Recht
mit Sitz in Tokio. Die Aktien der sind an der Tokioter Börse

.15
zugelassen. Die Gesellschaft hat keinen beherrschenden Gesellschafter.
Gegenstand, des Unternehmens der Antragsgegnerin ist Herstellung, weltweiter
Verkauf, Repäratur und Vermietung von Büromaschinen sowie. deren Komponenten
und Zubehör sowie die EntwiCklung und der Verkauf von Software.
II Zu der streitgegenständlichen Strukturmassnahme
1. Gegenstand des Verfahrens ist die
.
in der Hauptversammlung .der TAvom 20; 04.2010
beschlossene Übertragung: .der Aktien der aussenstehenden Aktionäre auf die
Antragsgegnerin gegen Barabfindung.
Mit Schreiben vom 27 11..2009. hatte die Antragsgegnerin verj. der TA gern. § 327 a
Abs.1 Satz '1 Aktp :Verlangt, die HäuptVersammlung übef.die Übertragung der Aktien
der aussenstehenden Aktionäre auf die Ahtragsgegnerin gegen GeWährung einer
angemessenen Barabfindung " beschliessen zu lassen: Die TA teilte dieses
Ühertragungeverlängen . am 30.11.2009 ad hoc mit Die Übertragung wurde in der
Hauptversammlung vom 20.04. .2010 beschlossen und, nach . Freigabeverfahren;
abgeschlossen mit Beschluss. des, Obetjandeegenchtes .Nürnberg vom 27.09.2010,
Az. 12 :AktG 1218/10, am 13.10.2010, in das Handelsregister des Amtsgerichts


Nürnberg e a eingetrgn:91e Veröffentlichung der Eintragüng. erfolgte am 15.1'0.2010.
gine nier unter 1 HK .0 , 4123/1 0 :geführte Anfechtungsklage gegen den
Übertragungebeschluss war erfolglos.
Dem übertragungsbeschluss war, ein freiwilliges öffentliches übernähmeangebot cier.
Antragsgegnerin vom 16.12.2008 vorausgegangen, in dessen Rahmen die
Antragegegnerin Euro 1,9,0 / Aktie bezahlte.
2. Über die Voraussetzungen der Übertragung berichtete ein Übertragungsbericht der .
Geschäftsleitung der Antragsgegnerin vom 04.03.2010. Diesem Bericht leg eine
Unternehmensbewertung der
(Gutachterin) zu Grunde. Die Bewertung stellt die angeMessene
Barabfindurig der aussenstehenden Aktionäre mit Euro1,90 /.Stückaktie fest .
a) Zum einen stellte die Gutachterin im Hinblick auf die Rechtsprechung des BVerfG
zur Massgeblichkeit des Börsenkurses als Untergrenze: der Abfindung auf

16:
Grundlage der von der BaFin mitgeteilten Kurszahlen den nach einzelnen
Handelsvolumina gewichteten Börsenkurs der Aktie der TA für einen 3-Monats-
Zeitraum vor dem 29;11.2009 mit durchschnittlich 1,89 / Stückaktie fest.
b) Zum anderen ermittelte die Gutachterin ausgehend von der konsolidierten
Planung des TA Konzerns für die Geschäftsjahre 2010/2011 bis 2014/2015 unter
Anwendung der "Grundsätze zur Durchführung von Unternehrnensbewertungen
IDW S 1" den Wert des Unternehmens der TA zum 20.04.2010 mit E 98.592.000
und leiteten 'daraus eine earwert der Aktie in Höhe von 1,78 ab.
-Die Gutachterin ermittelte dabei zunächst den Ertragswert der TA, verstanden als
Barwert der zukünftigen Nettozuflüsse an die Anteiiseigner, und schlug sodann
den Wert des von ihr als nicht betriebsnotwendig baueeilten Vermögens der TA
zu. Dabei ermittelte die Gutachterin die folgenden Werte:
(1) Ertragswert TA
Für . die TA. erMittelte die Gutachterin die unten wiedergegebenen
'Jahresergebnisse, wobei fürdei Rumpfgeechäftsjahr 01.91. -bis. 31.012010
und für' das Geschäftsjahr 2010/2011 . eine detaillierte konsolidierte
Planungsrechnung und für die GesChäftsjahre 201112012 bre 2014/2015 eine
vereinfachte, konsolidierte Plantang Vorlag. Die Planungen bestariden jeweils
aus Ertrageplanungarechnung, Bilanzen Und kapitelflussrechriting. Die
Planungen waren durch den Voiaand der TA verabschiedet uhd von dem
Aufsichtsrat zur Kenntnis gertomnien worden. Für die Geachäftsjehre 2010 ff
geht die Planung von einer durchechnittlichan Wachstumsrate der Umsätze
von 5,8% p.a:' und nahezu proportional steigenden Materialaufwendungen
aus, wobei. für 2010/2011,bis 2013/2014 von . einer leicht höheren
Rohertragsquote ausgegangen wird, die jedoch für 2014/2015 wieder auf dem
Niveau der Ist- Jahre 2007 bis 2009 liegt Insgesamt bewirken der leicht
.

ansteigende Rohertrag und unterproportional geplante isrsonal- und
Sachkosten eine Ergebniesteigerung-Von TEUR'7.781 in 2010/2011 auf TEUR
15.516 in 2014/2015.
Im Einzelnen ermittelte die Gutachterin die folgenden Zahlerrin TEUR:

17
(2)
3 Monate 2010 2010111 2011/12 2012/13 2013/14. 2014/15
UmSatzerlöse 75.340 317.835 348.333 375.438 .388.391. 398.8313
Materialaufwand .48.934 -204.807. -225.248 -244.165 -252.676 -259.833
Röhertrag 26.406 113.028 123.085 131.273 135.715. 139.005
Persanalaufwand , -16.055 67.760 . 70.752 73.327 75.861 77254
sonst befühl. Ertr. 2.791 . 11.046 . 11.329 11.379 11:398 11.411
Sonst. betrieb]. Aufw. -10.632 -40.931' -42.400 -43.860 44.361 44.665
2.510. 15.377;' 21.262 26.465 26.871 27S97
Abschreibungen ' .4337 . -2828'...: -2814 -2661 -2.631 -2.661
1:673 12549: 18,446 22.1364. 24.240 25336-
Finanzergebnis 996 3004 1782. 3.012. . 1192 3.308'
677 1645 14.666 .19.852 21:048 . 22.026
Untarnehmensst. . . .
-11 .-864 ' .4.240: -5598 .-6.221 . -5.512
auasbh0111210sehlges
ErgEihnie .
666. . , 7781 11426 14.254 14.827 15.516
Dabei bereinigte:die Gutachterin die Personalkosten um aufwandswirksarne
Pensionszahlungen bzW. Zuführungen zu den Pensionsflickstellungen da sie
diese Belastungen als (negative) Sonderwerte berücksichtigte. Gleiches gilt
für Zinsaufwendungen für 'Pensionsverpflichtungen sowie die Ergebnisse
verbundener Unternehmen. Abschreibungen wurden langfristig auf Grundlage
der Abschreibungen und Investitionen im Planungszeitraum in
durchschnittlicher Höhe bemessen. Schliesslich wurde die Ertragslage um die
Ergebnisbeiträge aus den (nur) assoziierten: Unternehmen der FSS Finance
and Service Leasing GmbH und der donsulta Bürotechnik' spol.
bereinigt da diese Gesellschaften gesondert bewertet-wurden.
Für die Phase der ewigen Rente hat die.Gutachterin das nachhaltige Ergebnis
aüsgehend Von dem Planjahr 2014/15 in Höhe der Wachstumsrate von 1 .%
fortgeschrieben AbsChreibüngen wurden durch eine Reinvestitionsrate
ersetzt Konkret Wurden die folgenden Zahlen angenommen
2015/16
' Unisatzerthae, 402.828
Matehälätifwand- -262.431.
Rollerträg, ...140.395
ParadnalaufWan0 78274
sonat betriebL Erfr. 11525
aonst. betrlabl. Aufw. -45.112
EBITDA 28.535
Abschreibungen. , -2734
EBIT 21800
Finanzergebnis
EBT 22.400
Unternehmensst -7.052
ausachtefungsfahiges . 15:318
Ergebnis

18
Auf :Grundlage dieser Planungen ermittelte die Giftabhterirr den Ertragswert
.zum 31.12.2009 in TEU wie folgt:
'3 Monate 2010
.
mem 2011/12 201213 2013114 2914/15 2015/16
aueschüttuheMhigee :Ergebnis " 666 : : 7.781 12.426, :14.254 - 14.827 .15.518 15,318
Apaschlifting ' . 0 0 0. 0 0 e 7 7 4659
- Weltbeitrag auaThesautiening : 666 7361 12;426« : 14.254' : 14:827 . 15.518 .7:669
Brüttozeflue - 666.,. 7181 12.426, 14.254 14.820 15.516 15.3180
Einkennieristäüer.: . 0: 0 0.
,VeieLtaturigegewinnbeeteuening . -88...-1.026: '.-1'.639'4.880 m1 S55 1 2.046 -1.010
Nettozufluss 2 : 578 6.755 10187. .:12:374.: 12:827 13.470 14,308
Reitalis leiungszins 9,04%'8,92% 8;74%':. 8,60% 8,47% 8,37%.' 6;80%.
EitagSwert -: 178.930
und errecnnete zum Stichtag durch Aufzinsung einen Ertragswert von TEgg
183,7.24 und daraue einen Barwert 1 Aktie in Höhe von 3;32.
Dabei hat die Gutachterin in der Phase der Detailplanung'angenommen, dass
die JahresüberschÜsee zur StärkUng der Kapitalbasis thesauriert werden und
hat den Anteilseignern einen entsprechenden Wertbeitrag aus., Thesaurierung
fiktiv unter Berücksichtigung der effektiven Veräusserungsgewinnsteuer .
zugärephnet.
Für .die Phase der ewigen Rente ist die Gutachterin, marktdurchschnittliches
AusschüttungSverhalten unterstellend, davon , ausgegangen, dass der
Jahresüberschuss je zur Hälfte theSaUriert und zur Hälfte ausgeschüttet wird.

Wiederum erfolgte auch eine fiktive Zurechnung des thesaurierten Betraget
PersönliChe Einkommensteuer 'der Anteilseigner hat die Gutachterin nicht
berücksichtigt, da die TA äber ein steuerliches Einlagenkonto im Sinne des
§ 27 Abs.1 KStG verfügt, das nach Steuerbilanz das Eigenkapital deutlich
übersteigt, so dass für geraUrne Zeit nicht mit ausschüttbarem Gewinn im
Sinne des § 27 Abs.1 KStG zu rechnen ist und somit Ausschüttungen nicht zu
einer Steuerbelastung führen.
Die Wertbeiträge aus Thesaurierung wurden demgegenüber der
Veräusserungsgewinnbesteuerung unterworfen, wobei die Gutachterin
typisierend von dem hälftigen Steuersatz zuzüglich Soficlaritätszuschlag in
Höhe von 13,1875 % ausgegangen ist.

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Zur Kapitalleierung der Nettoausschüttungen legte -die Gutachterin für die
Bestimmung des Kapitalisierungszinssatzes einheitlich die Zinsstrukturkurve
für bundesdeutsche Staatsanleihen auf, Basis: der von der Deutschen
Bundesbank veröffentlichten Zinsstrukturdaten für einen preimonatszeitraum
vor 'Abschluss 'der Arbeiten zu Gründe Den danach festgestellten
Basisginssatz von abgerundet 4,00. % kürzte die Gutachterin um die
typisierten Ertrageteuern in Höhe von 25%
.
zzgl. Solidaritätszuschlag übel
versah die Nachsteuergrösse von Z95 % mit einem nach dem Tax Capital
Aeset Pricing Model (CAPM) gebildeten: RiSikozuschlag. Dieseh
Risikozuschlag leitete sie ausgehend von einer .Marktrisikopitmie von 4,50%
und. eines: Unter Betrabhtüng einer Poer-Group ermittelten unverschuldeten
Betafektors von 0,826 '(arithinetisches. Mittel) und eines Verschuldeten Beter
Faktote, ermittelt aus dem jeweiligen Kapitalstreturrisiko der betrachteten
Periode, von 1,354 :für das Rumpfgeschäftsjahr,- von 1,327 für 2010/11, von
1;287 für 2011/12, von 1,257 für. 2012/13, Von 1,22e für 2013/14, von 1,206
, .

für 2014/15 und von 1,079 für Phase II, ab: Für Phase;II versah die
Gutachterin den, gefundenen Zinssatg Mit einem Wachstumsabschlag .in Höhe
von'. .
Konkret ermittelte die Gptachterin
die Folgenden
Kaeitalisierunosiinssätze:
3 Monate 2010 2010111 .2011/12 2012/13., 2013114 -.2014/15 2015/16 ff
.13asiazine .
4,00%'" 4;00% 4,00% : 4 00% 400% 400% 4,00%
abzgl: Atigeltegsateeer 25%. 295% , zee%, zsew: 295 % 1 2 95 % 2,95% 2,95%
Märistrieikoprämie : 460% . 4,50% 450%' ' 4,50W . 4,50% 450% 4,50%
Bete-Eakfed unleered 0,826.: :0,826 0826 0,826: " 0,826 0,826 0,826
, 3,72 : ; 3,72 - . 3,72 . 3;72 .3,72 : 3,72 3;72
Zwischenergebnis : . 668 6,66 " . 6{66. " 6,66. 6,65 6:66
Bete feiekrad " 1,354 1,327 1287 . 1,257 1228' 1206 - 1 079
Wachsturineabsohla9
1,00
Kapitalisieningszlns
. 9,04 8,92 5,74 1460 8,47 8,37. . 6,80
(3) Sonderwert TA
Wesentlicher von der Gutachterin berücksichtigter Sonderwert, neben einem
Unbebauten Grundstück in Chemnitz, das mit
.
TEUR 128 (Buchwert TEUR
125) angesetzt wurde, :sind Pensionsverpflichtungen . der TA und der UTAX
GmbH. Diese VerPflichtungen wurde von der Gutächterin als negativer
Sonderwert in Höhe von TEUR 85.944 angenommen. Dabei legte sie einen
fiktiVen Verkauf der Verpflichtungen zum 31.12.2009 in Höhe des Bartwertes
der Verpflichtungen von TEUR 126.719 zugrunde, wobei sie eine vollständige
Eigenfinanzierung des Verkaufspreises unterstellte und die sich aus dem

20
Verkauf ergebendem Steuerentlastungen (resultierend aus der Differenz
zwischen Mirktwert der Pensionsverpffichtungen und steuerbilanziellem
Rückstellungsbetrag zum 31.112009 sowie, aus der Zurechnung des
`negativen Wertes der PensionsverpfliChtungen) für die TA und die
Anteilseigner berücksichtigte. Den so gefundenen negativen Wert von TEUR
83.701 zinste sie Sodann auf den 20.04.2010 auf.
Darüber hinaus bewertete die eutächterin die im Konzernabschiuss der TA
ausgewiesenen Anteile an der F&S. Finanbe and SerVice LeaSing GritH und
der Consulta Bürotechnik spol sx.o. alS Sonderwerte: Dabei stellte sie jeweils
eine einwertige Ergebnisprognose ausgehend von den tatsächlich erzielten
Ergebnisen der Jetzten 3 Geschäftsjahre unter Berücksichtigung der
steuerlichen Folgen an, ging von einer 50% Ausschüttung und 50% fiktiven
Zurechnung des nachhaltigen Ergebnisses aus und berücksichtigte die
persönliche Einkommensteuer der Anteilseigner t(Ausschüttung) und die
effektive Veräusserungsbeeteuerung (fiktive Zurechnung) und diSkontierte die
Nettoausschüttung mit derm DiakontieryngSSatz für Phase II bei
Eigenfinanzierung, der TA. So-ermittelte die. Gutachterin einen Sonderwert der
assoziierten Unternehmen zum Stichtag in Höhe von TEUR 684.
Wegen weiterer Einzelheiten, wird auf den von der 'Antragsgegnerin übergebenen
übertragungsbericht vom 04.03.2010 in LO "Anlagen Antraasnennerin" verwiesen.
3. Mit Beschluss vom 17.12.2009, Az. 1 .HKO 10225109, hat die Kammer einem
Vorschlag der Antragsgegnerin folgend,
zur Prüferin gem."§§ 327 c Abs.2 Satz 3, 293
Abs.1 Äktö bestellt.
Die Prüferin führte ihre Arbeiten. vom 25.01.2010 bis 05.03.2010 :durch. In ihrem
Bericht vom 05.03.20
.
10 über die Prüfung der Angemessenheit der Barabfindung für
die beabsichtigte übertragung der Aktien der 'aussenstehenden Aktionäre auf die
Antragsgegnerin :kommt Sie zu dem Ergebnis, dass die festgelegte Barabfindung in
Höhe von Euro 1,90 / Aktie angemessen ist.
Wegen weiterer Einzelheiten zu dem Bericht der Prüferin wird auf den von der
Antragsgegnerin übergebenen Bericht über die 'Prüfung in LO ,Anlagen

21
Anträg sgegnerin" verwiesen:
III. Zum Gang des Spruchverfahrens
1. Mit. Anträgen, bei r Gericht eingehend vom : 16.11.2010 bis 21.012011, haben
insgesamt 95 Antragsteller die festgelegte Barabfindung Als: unangemessen niedrig
angegriffen' und die gerichtliche Festsetzung einer angemessenen, Barabfindung
gern §§
.
327 a Abs.1, 327 b Abs.1, 327 f AktG i.V.rn. den Vorschriften des SpruchG
verlangt.
Im Wesentlichen kritisieren die Antragsteller:
-Der Referenzzetieum für den Börsenkurs sei:falsch gewählt:Teilieise nehnien die
Antragsteller dabei, an 6f.gr. ASt zu 57 bie zu 62, zu 82, zu 84, zu 86, zu 87 und zu
92), massgeblicher Zeitraum Sei' der Zeitraum zwischen dem ÜbertragungSverlangen
. .
der, Antragsgegnerin und dem.Teg der Haurityersarrimlung, Teilweise vertreten sie,
die Auffassung Referenziettrauni sei ein 3-Monats-Zeitraüm vor dem 05,03.2010,
weil erst an dieseM -Tag; die Höhe der.Barabfindung . bekannt gemacht Worden sei.
Weiter' kritiSieren die Antragsteller die Planung. Es werde unzutreffend von, einem
WachSturn von , nur 5,8 % ausgegangen; wobei die AntredSteller teilweise eine
. .
Planung Von 16% Wachstum für angezeigt halten (vgl. ASt; zu 5; zu 6, zu 7,zu 16, zu
20, zu 24; :zu 31, zu 32, zu 33.bis zu 36, zu 38. zu. 39:biezu.42, zu 45 bis zu 47, zu
48, zu 53, zu 56, zu 70, zu 71, zu 73 bis.:zu 80 und zu 91). Weiter' sei der
KonjunkturaUfschwung 2010 nicht berücksichtigt worden (Vgl. ASt zu 5, zu :6 und zu
7). Es seien zudem Synergieeffekte nicht hinreichend berüc4ichtigt (vgl. ASt zu 63
bis zu 65). SChliesslich sei die angenommene Ausechüttungsguote zu hoch (vgl. Ast
zü 63 bis zu 65 und zu.70).
Die Ermittlung des Kapitäfisierungsfaktors sei zum Nachteil der Anteilseidner
durchgeführt Es sei die Anwendung der CAPM bereits fehlerhaft (vgl. ASt zu Ast 29,
zu 32, zu 37, zu 39 bis zu 42, zu 44, zu 51, zu. 52, zu 55, zu 56, zu 62 bis zu 65, zu
70, , zu 71, Zu 81, zu 82 und zu 83). Jedenfalls sei der Basiszins übersetzt (vgl. Ast
zu 29, zu 30, zu 31, zu 32, zu 37, zu 38, zu 39 bis 42, zu 43, zu 44, zu 49, zu 50, zu
51, zu 52, zu 55, zu 56, zu 63 bis zu 65, zu 68, zu 70, zu 73 bis, zu 80, zu 82, zu 83,
zu 86, zu 87, zu 91 und zu 92). Auch die Märktrisikoprämie von 4,5% sei zu hoch

22
(vgl. Ast. zu 1 bis zu 4, zu 5??zu 6, zu 7, zu 15, zu 16, zu 18, zu 19, zu 20, zu 24, zu
26, zu 29, zu 30; zu 31, zu 37, zu 38, zu 39 bis zu 42, zu 44, zu 45 bis zu 47, zu 48,
zu 51, zu 52, zu 55 zu 66, zu 67, zu 68, zu 71, zu 72, zu 73 bis zu 80, zu 81, zu 82,
zu 83, zu 86, zu 87, zu 88, zu 89 und zu 91), wie auch der Risikozuschlag von 3,72%
überhöht sei (vgl. Ast zu 1 bis zu 4, zu 5, zu 6, zu 7, zu 9, zu 16, zu 18, zu 24, zu 26,
zu 31, zu 39 bis zu 42, zu 43, zu 49, zu 50, zu 53 und zu 56). Weiter sei fehlerhaft
kein individueller Betafaktor bestimmt worden (vgl. ASt. zu 1 bis zu 4, zu 9, zu 16, zu
18, zu 20, zu 24, zu 26, zu 30, zu. 31; zu 32, iu 33 bis zu 36, 37, zu 38, zu 39 bis

zu
zu 42, zu 43, zu «, zu 45 bis zu 47, zu 48, zu 49, zu 50, zu 51, zu 56, zu 72, zu 73
bis zu 80, zu 81 und zu 91) und die geWählte Peer-GrOup sei falsch bestimmt (Vgl.
Ast zu 55, zu 62 bis zu 65, zu 71, zu 73 bis zu 80, zu 86, zu 87 und zu 91). Zuletzt
sei, der Wachstumsabschlag mit 1% zu niedrig angenommen (Vgl. Ast zu 29, zu 30,
zu 31, zu 32, zu 33 bis zu 36; zu 37, zu 38, zu:39 bis zu 42, Zu 43, zu 44, zu 48, zu
49, zu 50, ZU 51, zu 52, zu 53, zu 56, zti 66 u..67, zu 68, zu 79, zu 72, ±u 73 bis zu
80).
Schliesslich rügen die Antragsteller auch die Ermittlung der Sonderwerte. Sie meinen,
zu Unrecht seien die:Marke "Triumph Adler" und Schutzrechte der TA nicht bewertet
worden (vgl. Ast zu 29, 32, zu 38), es seien stille Reserven im AnlageverMögen
nicht berücksichtigt worden (vgl: Ast.' zu 5, zu 6, zu 7 und zu 52),und das Grundstück
in Chemnitz sei fehlerhaft nur zum Buchwert angesetzt Worden (vgl. Ast. zu 84). In
der Hauptsache jedoch .kritisiereri die AntragSteller jedoch, dass die Pensionslasten
als negativer Sonderwert berücksichtigt wurden, statt dieListen als Aufwand in die
Planung einzustellen (vgl. Ast. zu 9, zu 15, zu 16, Zu 29, zu 33 bis Zu 36, zu 39 bis zu
42, zu 43, zu 45 bis zu 47, zu 49, zu 50, zu 56, zu 70, zu 71, Zu 82,.zu 83, zu 84,zu
88 und zu 89).
Wegen weiterer Einzelheiten zum Vortrag der Antragsteller wird auf die eingereichten
Schriftsätze nebst Anlagen Bezug genommen.
Z Die Kammer hat mit Beschluss vom 21.01.2011
als gemeinsamen Vertreter für die Aktionäre der W Ass, die nicht an dem
Verfahren beteiligt sind, bestellt. Der Beschluss wurde im Bungesanzeiger
veröffentlicht. Der gemeinsame Vertreter hat sich mit Schriftsätzen vom 19.08.2011
und vom 31.0. 1 . .2012 geäussert (BI. 295 ff und 131. 401 ff d.A.) und ebenfalls die
Bestimmung einer höheren Barabfindung beantragt.

23
Was den Börsenkurs angehe, so sei dieser, der Rechtsprechung des BGH in der
"StOwerk-Entscheidung" folgend, der ailgemeinen Entwicklung des Börsenkurses
zwischen November 2009 und Januar 2010 anzupassen, da die Entwicklung des
Börsenkurses eingegrenzt gewesen sei einerseits durch die Ankündigung des
Übertragungsverlangens und zu anderen durch die Marktsteuerungsfähigkeit der
Antragsgegnerin aufgrund ihrer qualifizierten Mehrheit
Der gemeinsame Vertreter teilt die Kritik der Antragsteller an der Planung. Es gebe
den begründeten Verdacht, dass die Antragsgegnerin auf die Planung Einfluss
genommen habe, nachdem;sich die Gesellschaft mehrheitlich seit Dezember 2008 in
der Hand der Antragsgegnerin befinde. Die Detailplanung sei mit 15 Monaten zudem
zu, kurz. Im Flinblick auf den Kapitalisierungszins rügt der gemeinsame Vertreter
ebenfalls, dass kein unterriehmenSeigenes Bete ermittelt Worden sei. Es sei auch die
geWählte .Peer-Group nicht mit denn Unternehmen,der TA vergleichbar. Zudem sei
dae Risiko der TA angesichts der Einbindung in den Konzern
unterdurchschnittlich. Schliesslich. sei der Wachstumsabschlag zu niedrig angesichts
der Infielenserwartung:
Wegen. weiterer Einzelheiten wird auf die genannten Sähriftsätze des gemeinsainen
Vertreters Bezug genommen.
3. Die Antragsgegnerin hat mit SchriftsätZen ihrer Bevollmächtigten vom.01.06.2011 (BI.
85 -ff d A) und vom 15.12.2011 (BI, 337 ff) die festaeleate Barabfinduna verteidiat.
Wegen
.
Einzelheiten insoweit
.
Wird auf die genannten Schriftsätze :nebst nebst Anlegen
:Beug genommen..
4. Die 'Kammer hat mit Verfügung vom 25.07.2012 zur Vorbereitung des Termins zur
mündlichen Verhandlung. gern. § 7 Abs.5 SpruchG der Prüferin eine Reihe von
Fragen gesteift (BI. 425 ff dA). Die Prüferin hat diese Fragen mit Schreiberl.vorn
20.09.2012 beantwortet (al. 432 ff .d:A.). Wegen Einzelheiten wird auf diese
Stellungnahme verwiesen.
5. Im Termin vom 11.10.2012 sind die Mitarbeiter der:Prüferin ingehört worden. Wegeri
Einzelheiten wird auf das Protokoll, aufgenommen in dem Termin verwiesen (BI. 464
ff dA). Ihre Ausführungen haben die angehörten Mitarbeiter, mit Schreiben vorn
05.11.2012 ergänzt. Insoweit wird auf BI. 502 ff dA Bezug genommen.

Name EIngan .g
17.01.2011
14.01.2011
14;01.2011
14.012011
14:012011
14;01.2011
14:01.2011.
'14.01.2011
14.012011
15.01.2011
15,012011
17.01.2011
17.012011
17.01.2011
17.01.2011
17.01.2011
17.012011
17.01.2011
17.01.2011
17.01.2001
17.012011
if.de Nri
75
76
79 '
80
:82
83
84
85
. 24
Die Anträge: sind. zulässig, .bis auf den Anträg des Antragstellers zu 95. Alle Anträge,
abgesehen von dem Antrag des Antragstellers zu 95, sind fristgerecht anhängig gemacht
worden. Sämtliche Antragsteller 'haben ihre AntragsberechtigUng dargelegt und, soweit
bestritten, in der Form des §-3 Satz 3.SpruchG nachgewieeen.
Eih Antrag kann gern. .§; 4 :Abe:1 'Nr. 3 SprüchG nur: binnen dreier Monate nach
Bekanntmachung- der Eintregung des übertragUngsbeschlüsses in das .keridelsregister
. .
gestellt werden: Vorliegend wurde die; Eintragung ein 15.10,2010 im
(
Registerportal
bekannt gemacht.- Die Antragsfrist lief sornit, da der.15.01.2011 ein Samstag
,
war, gem.
§§,1&-Abs.2 FarriFG, 222 Abs.1: updAbs.2
188 Abs. 2 BGB am17.01.2011 ab:
Vorliegend sind sämtliche Anträge, abgesehen von dem Antrag des Antragstellers zu 95,
fristgerecht eingegangen.
Soweit die Antragsgegnerin bei den Antragstellern zu 54, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80,
82, 83, 84, 85,; 86, 87,.88, 89, 90, 91, 93, 94 vorgebracht hat, die Anträge seien verspätet
eingegangen, ist das unzutreffend. Per Fax die Anträge dieser Antragsteller ein
wie folgt und somit auch fristgerecht:
86
87
Eig
89
91
93.
94

LO Nachweise
LO Nachweise
LO Nachweise 25
LO Nachweise
LO Nachweise
23
28
24 .
27
LO NächWeiSe
37
38
5 LO NachWeise
7.
LO Nacheweise
8 LO,Nachw.eise
10 LO.Nachwerse '
14 tO NaChWeise
!Ne Nr. Nafile . Nachweis Fündetelle
LO Nachweige
LO.NäChWeise
LO .NächWeisey
LO Nachweise
LO Nachweise
In Nachweise
LOINachweise
LO'NaChWeise
LO Nachweise.
25
Der Antrag des Anträgstellers zu 95, vorrnals 1. HK 0 1622/11, ging per Fax erst am
19.01.2011 und im Original erst am 21:01.2011, somit, verspätet ein. Dieser Antrag ist
somit unzulässig.
II Nach § 3 Satz 1 Nr. 21.V,m. § 1 Nr. 3 SpruChG ist nur der Antragsteller antragsbefugt,
der im Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Übertragungsbeschlusses durch Eintragung
im Handelsregister Anteilsinhaber war. Dabei genügen die Antragsteller den
Änförderungen einer fristgerechten ' Antragsbegründung. zunächst, wenn sie binnen
offener AntragsfriSt die genahnten Voraussetzungen darlegen (vgl. Simon, SpruchG,
2007, Rz 40 zu § 4 nj.w.N:). Dann jedoch, wenn die Antragsgegnerin die
Aldienärsstellung des Antragstellers in Zweifel zieht, haben die Antragsteller Nachweise
durch Urkunderrzu erbringen.
Im vorliegenden. Fall ist die Aktiönärsstelking...der Antragsteller zu 5, 6, 7, 8; 9,,10; 11, 12,
13, 14,,18, 19, 23, 24, 25, 26, "27,28, 37, 38, 44, 45 46 47 49 50, 53;:54,63 .64 65,
66, 67;.68, 70,.71, 72, 74; 75,:75,77, 78, 79, 80, 81,`83,84, 86, 87, 88, 92, 93, 95 von der
Anträgsgegnerin bestritten worden.
Die genannten Antragsteller haben jedoch särtitlich entweder ;bereits: bei Antragstellung
oder im weiteren Verfahren durch Fiereingabe einer Bankbestätigung oder eine
Ausbuchungsanzeige wegen Squeeze-Outs Nachweis über ihre Eigensähäft als
aussenstehende Aktionäre im Zeitpunkt der Eintragung des Übertragungsbeschlusses,
15.16.2010, erbracht. drid zwar:

26 -
44
45
47
49
53
54 ,
63 (
66
68
7t1
71
72
74
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LO Nachweie
LO.Nachweise .
LOSäChweige
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LO NaChweiee
LO Hach/eise,
LO Nachweise
LO NavhWeis.0
LO Nächwäisä
.LOyNadheaSieS.
LO: Nachweise
LO.1Ne8WeiW
Lci,NääliwelSe
LOinierMeise .
LO .KächWeisi
LG rechwerte;
LQ bläChisvgied,::
:L0 Naeweise,-
.LO.;11aChWeise....
L O Nachweise;.
1_02NäChwelSe
.LONädtiviöiäe
1-0..NSchviefee:
tio;Nehimälie.
t Ol'lädhwwäe,
04;
LO Nachweise
4039SeheWs... ,
.LQ Nächafeiaa.
LO'NächViejee:
LQ.Näebeisie -,
LO Nichweise
.LOAabhWeise

94:
02
93
LO.NädhWeiee..
Die Ahträge der Antragsteller sind auch (in vielen Fällen gerade noch) hinreichend
substantiiert.
C;
Die Anträge, sind begründet, Die'den aussenstehenden Aktionären zustehende angemessene
Abfindung ist um Euro 0,23 auf Euro 2,13,/ Aktie heraufzusetzen.'
Gern. §§ 327 a Abs.1, 327 b Abs.1 Satz 1 AktG hat die Hauptaktionärin den
Minderheitsaktionären eine angemessene Barabfindung für deren Aktien zu bezahlen. Eine
Barabfindung ist dann angemessen, wenn sie unter Berücksichtigung der Verhältnisse der
Gesellschaft zum Zeitpuhki der Beschlussfassung ihrer Hauptversammlung, § 327 b Abs.1

27
Satz 1 AktG, dem vollen Wert der Beteiligung des aussenstehenden Aktionärs entspricht (st.
Rspr. vgl. z.B. BVerfG, Beschluss vom 17.04.1999, 1 BvR 1613/94; Rz. 51 ff, zitiert nach
juris, BGH in NJW 2003, 3272 und BayObLG in NJW-RR 1996, 1125, 1126).
Im vorliegenden Fall schätzt die, Karrimer den Unterriehmenswert der TA Zum Stichtag, dem
20.04.2010, mit 117.900.383, was bei 55.381257 ausgegebenen Aktieneinen Wert Aktie
von Euro 2,13 ergibt Auf diesen Betrag beläuft .sich somit die . angemessene
Batabfindung / Aktie und ist somit um Euro 023 h5her, als die von der Antragsgegnerin
festgelegte Barabfindung.
Gutachterin und ihr folgend die .Prüferin -9 haben unter Anwendung der zürn
Prüfungszeitpunkt allgemein -anerkannten Ertragswertmethode nach IbW S 1 den
Unternehmenswert der TA ermittelt. Unbeschadei einer von der - KaMmer 69i
Bestimmung des Kapitalisierungsfaktors ali notwendig erachteten Korrektur, macht die
Kammer diese nachvollziehbaren und plausiblen Ermittlungen zur Grundlage ihrer
Schätzung des Unternehmenswertes.
1.' Die Gutachterin hat den Unternehrnenswert nach der Ertragswertmethode- bestimMt.
Dies ist nicht zu beanstanden. Diese. Methode ist allgemein anerkannt (st. Fkspr. ygl.
z.B. BGH in AG 20.93, 627/628, und BayObIG in BayObLGZ 1998, 281/235)... Nach
dieser Methode, näher definiert Zürn Stichtag durch die "Grundsätze zur


Durchführung von Unternehmensbewertungen IDW S 1 Wf. 20087, bestimmt sich,
der Unternehmenswert nach dem ErtragSwert: des betriebsnotwendigem VermögenS,
wobei dieser Wert durch Diskontierung där den Anteilseignern künftig zufliessenden
finanziellen Überschüsse, die aus den künftigen handelsrechtlichen Erfolgen

i abgeleitet werden, gewonnen wird. Dieser Wert wird ergänzt durOh eine gesonderte
Bewertung deS nicht betriebsnotwendigen (neutralen) Vermiigens.
2. Soweit verschiedene Antragsteller die fachliche Eignung und die Neutralität der
Mitarbeiter der Prüferin anzweifeln, ist dies nicht gerechtfertigt Die Prüferin ist eine
rencmmierte, in Spruchverfahren vielfach tätige VVirtschaftsprüfergesellsdhaft. Der für
die Prüferin federführend tätig gewordene Wirtschaftsprüfer ist seit
Jahren im Bereich der Unternehmensbewertungen tätig.
3. Dass die Prüferin ihre Arbeiten parallel zu denen derGutachterin durchgeführt hat,
schmälert den Wert dieser Arbeiten, entgegen der Ansicht einiger Antragsteller, nicht.

28
Die rechtliche Zulässigkeit der sogenannten Parallelprüfung ist anerkannt (st. R
.
spr.,
vgl. z.B. BGH in 41 3 2006, 2080;.2082 und nachfolgend Nichtannahmebeschluss des
BVerfG vom 19.09.2007, 1 BvR 2984/06, zitiert nach juris, OLG München in AG
2007, 287, OLG Stuttgart in ZIP 2003, 2363 und OLG Hamburg in ZIP 2004, 2288).
Naäh Auskunft des tätig geWordenen VVirtschaftsprüfers in der ergänzenden
Stellungnahme vom 20:093012 war die Prüferin durch die Bedingungen der ,
Parallelprüfung in keiner Weise an ihrer Arbeit gehindert Ihr hätten ; sämtliche
Unterlagen, die nach ihrer.
,
fachlichen Auffassung für die Prüfung erforderlich
gewesen seien, zur:Verfügung -gestanden. Sie habe sämtliche Informationen; die sie
für notwendig erachtet habe, erhalten Lind es t seien ihr bei der Prüfung in fachlicher
Hinsicht keine Einschränkungen auferlegt worden:
II: Die, gutachtliche Stellungnahme der
im Rahmen des Obertragungsberichtes, der Prüfbenäht der gerichtlich
bestellten Prüferin
die kn yerfahren. eingehofte 'weitere Stellungnahnte der
Prüferin und die Ausführungen ihrer Mitarbeiter bei ihrer Anhörung durch das'Gericht im
Erörterungstermin .sind . geeignet' . und ausreichend, um über - die
entScheidungeerhebliCheri- BeWertungefragen zu befinden und den' Wert des.
Unterhehniens der TA zu schätzen Weiterer Aufklärungsbedarf besteht nicht. Die
Einhäking eines weiteren SachverständigerigütachtenS. ist :somit nicht erforderlich (vgl
OLG Frankfurt, Beschluss vom 02:05.2011, 21 W 3/11, Rz. 41, und Beschluss vom
36.08.201, 21 W 14/11, Rz. 37, jeweils zitiert nach juris).
In. Auf den genannten Grundlagen schätzt die KarnMer den Wert /Aktie der TA, diskontiert
zum Stichtag, auf .Euro 2,13..
1... Vorweg zum Prüfungsrnassstab der Kaminer:
Die Kammerist der AuffasSung, dass jede Bestimmung eines Unternehmenswertes
nach betriebswirtschaftlichen Bewertungsmethoden wegen der eingeschränkten
Erkenntnisquellen auf denen sie beruht und Wdgen der jeder Prognose
innewohnenden Unsicherheit keinen mathematisch exakten oder, wahren"
Unternehmenswert ergibt Dem Gericht kommt daher die Aufgabe zu, .diesen Wert
unter Anwendung anerkannter betriebsWirtschaftHcher Methoden im Wege
.
der
,

29
Schätzung nach § 287' Abs. 2 , ZPO zu bestimmen (st Rspr. zum Prüfungsmassstab,
vgl:,z.B. , BGH ZIP 2001, 734/736; Sa yObLG AG 2006, 41/43, OLG München, zuletzt
.
:Beschluss: vom 06:02.2013, 31 Wx 520/11; S. 8 und Besdhlyss vom 07.02:2013, 31
WX 122/12, .S. 6, OLG Stuttgart ZIP 2004, 712/714). bebe' müssen es die
Verfahrensbeteiligten, nachderb auch jedes gutachtliche Ergebnis letztlich nur eine
Schätzung des. Unternehmenswerts darstellt, hinnähmen, dass eine Bandbreite von
untersähiedliChen .Werten existiert und das . erkennende Gericht unter
Berücksichtigung aller massgeblichen Umstände hieraUs einen Wert als angefriessen
eraChtk(Val. BavObLar OLG München und OLG Stuttaart. jeweils a.a.0_1_
2. Massgeblich für: die Karrimer sind, die Prognäien :und Planungen des betroffenen
UnternehMens. Es ist nicht Aufgebe der Kaminen anstelle der Prognosen über die
künftige Entwicklung des Unternehmens und seiner Edräge im Qbertragundsbericht
eigene Prognosen auftustellen. Denn die Prognosen im Übertragungsbericht sind in
erster Linie :Ergebnis :von. unternehmeriaChen . Entscheidungen der für die
Geschaftsfuhrung verantwortlichen : Personen. Diese Entscheidungen haben auf
zutreffenden Informatippen. und daran orientierten, realistischen Annahmen
.
aufzubauen; sie dürfen zudem nicht in sich 'widersprüchlich; sein, Kann die
. , .
.
-
" .

Geschäftsführung auf dieser GrUndlege jedoch 'annehrnen, ihre Planung sei.
realistisch, darf diese....Planung. nicht durch . andere - ebenfalls :nur :vertretbare: 7
Annabmen der KarnMer dieetztvverden (et Rspr. vgl. g.13.. OLG Stuttgart, BeSchluis
vom 6. März 2006,20 W 5/Q5, Rzi 65, zitiert nach juris),
3. Gründlage.der Wertermittlung ist somit die Planung der TA. Sie besteht aus einer
detaillierten Planung für das Rumpfgeschäftsjahr, 2010 und des Geschäftsjahr vom
01.04.2010 bis 31.03.2011, sowie aus einer vereinfachten Planung für :die
Geschäftsjähre 2011/2012 bis 2014/2015. Die Planungsrechnungen umfaäsen
jeweils Ertragsplanung, Bilanzen und Kapitalflussrechung.
Diese Planung ist nach den Feststellungen der Prüferin und den Angaben ihrer
Mitarbeiter hierzu im Termin vom 11.10.2012 nicht von Dritten im Hinblick auf die
Strukturrnassnahme beeinflusst, in sich abgetimmt, nachvollziehbar und geeignet,
Grundlage einer engemessenen Ertragswertermittlung zu sein. Sie ist, wie oben
dargelegt, somit grundsätzlich von der Kammer anzuerkennen und zur Grundlage der
Schätzung des Unternehmenswertes zu machen.
Die von' den Anträgstellern und dem gemeinsaMen Vertreter gegen die ,Planung

30
erhobenen Bedenken greifen nicht durch.
a) Der gemeinsame Vertreter hält die Planung für nicht tauglich, Grundlage einer
Wertermittlung zu sein, weil der Detailplanungszeitraun: 1 nur 15 Monate betrage.
Diese Auffassung ist unzutreffend.
Wie -sich aus Übertragungsbericht und Prüfbericht ergibt, uMfasst die
Detäilplanung im Rahmen der Bewertung insgesamt 5 Llahre und 3 Monate.
Lediglich die Planungstiefe -ist nicht im Gesamtenzeitraum der Detailplanung
gleich. Wie die Prüferin in ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 19.09.2012 Und
ihre. Mitarbeiter bei der Anhörung im Termin vom 11.10.2012 nachvollziehbar
ausführten, teile sich die Planung der TA, den Oblichkeiten entsprechend, in eine
ins Einzelne gehende Budgetplanung für die ersten 15 Monate des
getraChtungszeitraums und eine auf gröberen Annahmen beruhende
..
.
Mittelfristplanung. Die unterschiedfiche Plapungsintensität hindere jedoch eine
Ermittlung des,Ertragsvvertes. nicht, wenn, wie ` dies vorliegend der Fall sei, die
Planung.. zum BeWertungsstichtag alle verfügbaren Informationen zutreffend
widerspiegele.
Eine. Reihe von Antragstellern '(vgl .. .,Aritragetellet Zu 5, 7; 16,`20, 24, 31," 32; 33
-36,.38; 39 42, 45 - 47"'48; 53,-56, 70, 80 und eraChtet die Planung
"..
generell als, zu flach , und das :angendriimerie durchschnittliche Wachstum von
5;8 % als zu gering. Die EinWändegrelfeh nicht` uirth:
Die Prüferin hat in ihrem Bericht dort S. 19 bis'21, erläutert, dass sie die Flanung
der TA nachvollzogen und hinterfragt . habe, Angesichts der
Wettbewerbssituation, 'in der sich die. TA befindet, und der allgemeinen
Marktentwicklung, wobei die Annahmen der TA in der Planung von der Prüfdrin
als zutreffend erachtet -wurden, beurteilt die Prüferin die Planung als
nachvollziehbar und eher als ambitioniert, denn flach.
Insbesondere hat die Prüferin die Planung .der Umsatzerlöse und Rohrnargen
geprüft und mit den verfügbaren Marktdaten, einer Untersuchung des Institutes
Ihfo-Source, sowie Marktbeobachtungen des. Vorstandes der TA, abgeglichen
und mit den Vorjahres- und Kennzahlen plausibiliiiert. Diese Arbeiten der
Prüferin haben die Planung bestätigt

31,
Schliesslich erläuterte der angehörte Mitarbeiter der. Prüferin,
im,Termin
vom 11.10.2012 nachvollziehbar, dass die in Phase 11 überproportional geplanten
UnternehmenssteUern, aus denen sich wesentlich das geringfügig schwächere
ausschüttungsfähige Ergebnis dieser Phase gegenüber der Phase der
Detailplanung ergibt, darauf beruhen, dass die Verlustvorträge der TA in Zukunft
aufgebraucht seien.
Die Kammer hat vor diesem Hintergn.ind keinen Anlass anzunehmen, die
Planung der TA, sie .im Hinblick auf die Strukturmassnahme flach gehalten, oder
es seien positive Effekte nicht abgebildet.
%:.c) Die Antragsteller zu 5, 6, 8 bis 14, 23, 24, 63, 64, und 65 rügen, dass Synergien
durch. die Einbindung der TA in den Konzern nicht hinreichend
berücksichtigt worden seien. Zu Unrecht
Wie die Prüferin in ihrer .ergänzenden Stellungnahme vom 20.09.2012
nachvollziehbar ausführt, spiegelt die Planung der TA in ausreichendem Masse
Verbundeffekte -wieder... Biese ",.Effekte , schlügen sich .insbesondere durch
tendenziell bessere Ergebnisse im geplanten Hardwareumsatz und in der
Planung CIS VVartungsbereichs nieder. . Anhaltspunkte für . darüber
hinausgehende Verbundeffekte hätten.sich nicht gefunden.
d) Auch der Einwand des:gemeinsamen Vertreters, die Von dern Vorstand der TA
. .
geplante Strategie, in Europa zu eicpandieren, bilde sich felschliChetWeise in der
Planung der Umsatzzahlen nicht ab; greift nicht durch.
(1) Grundsätzlich ist bei der Bestimmung des Unternehmenswerts
-
von den
Verhältnissen am Bewertungsstichtag auszugehen. Massgeblich ist dabei,
was man bei angemessener Sorgfalt zum Stichtag, wissen konnte und was
absehbar war (vgl. BayObLG in DB 2001, 1928/1929 und OLG Stuttgart AG
2004, 43/44). Auf zukünftige Entwicklungen kann die Bewertung der
Ertragskraft im Regelfall nur dann gestützt werden, wenn die
Voraussetzungen für diese Entwicklungen bereits im Ansatz geschaffen sind,
bzw. die Entwicklung in ihren Ursprüngen bereits am Stichtag angelegt und
erkennbar war (st Rspr. vgl. z.B. BGH in WM 1998, 2530, 2531 f., in WM
1998, 1643, 1647 und in NJW 1973, 509, 511, BayObLG in AG 2001, 138,
139, OLG München in AG 2005; ae, 488 und OLG Düsseldorf. in AG 2000,

32
323).
(2) Bei Anwendung dieser Grundsätze kann bei Ermittlung des Ertragswertes
die von dem gemeinsamen Vertreter. ins Spiel gebrachte
Expansionsstrategieflicht berücksichtigt werden.
Insoweit hat der im Termin vom 11.10.2012 angehörte Wirtschaftsprüfer
ausgeführt, zwar habe die Prüfung ergeben, dass der Vorstandder TA
im Sommer 2009 diskutiert habe, in Europa zu expandieren. Die Strategie
habe jedoch ausweislich des- der Prüferin vorliegenden Protokolls der
SitZung cleS Aufsichtsrates der TA vom 10.06,2009 unter dem Problem der
Finanzierung und einer dazu notwendigen Kapitalerhöhung gestanden. Die
Sache sei dann auch nicht weiter verfolgt worden, Wohlwegen der
wirtschaftlichen Schwierigkeiten seien in der Folgezeit andere Prioritäten
aesettt wurden_
Danach kann nicht davon . ausgegangen Werden, dass zum Stichtag eine
Expansion bereits derart angelegt war, dass ihre Berücksichtigung bei der
Planung der Umsatzerlöse gerechtfertigt Wäre.
(3) Hinzu kommt nach den überzeugenden Ausführungen von im
Termin vom .11.10.2012 ein weiteres: Die. Lander in die nach Idee des

Vorstandes expandiert werden sollte, sind ebenfalls Märkte mit hohem
Wettbewerb. Es ist daher die Vorstellung, eine Expansion führe unmittelbar
zu steigenden Erträgen, die sich in einem, höheren Unternehinenswert
niederschlagen, wohl nichtrealistisch.
4, Die auf Grundlage der Planung durch die Gutachterin ermittelte Nettoausschüttung,
-gebilligt von der Prüferin, ist zutreffend, insbesondere ist die
Veräusserungsgewinnbesteuerung der fiktiv zugerechneten Wertbeiträge aus .

Thesaurierung auf Ebene der Anteilseigner nicht zu beanstanden.
a) Die im Übertragungsbericht getroffenen Ausschüttungsannahmen sind nicht zu
beanstanden.
Für die Phase der Detailplanung ist irr) Übertragungsbericht keine Ausschüttung
- angenommen. Anges.iOhts des Umstandes, dass auch in der Vergangenheit keine -

33
Atisschüttungen Vorgenärnmen wurdah, ist hiergegen nichts einzuwenden.
Nach IDW S 1 sind für die Erinitflung der AuSschüttungsquote: in der
Detallplanungsphase die in den Unternehmensplanungen . angesetzten
Thesaurierungen und Ausschüttungen anhand des Unternehnienskonzeptes und
unter Berücksichtigung . der Eigenkapitalausstattung des zu bewertenden
Unternehmens zu plausibilisieren. Der ;.'Gutachter hat dabei' unter
Berücksichtigung der 'EigenkaPitalatisstattung und, deL steuerlichen
Rahmenbedingungen sowie dem Ausschüttunge, und Investitionsverhälten in der
Vergangenheit die künftige Ausschüttungsquote zu prognostizieren:
Auf .dieser Grundlage und unter Berücksichtigung des oben .dargelegten
Prüfungsmassstabes ist die von der "Gutachterin im vorriegenden Fall getroffene
PrognoSe nicht, zu beanstanden, dass eins Ausschüttung erstmals in der Phäse
der ewigen Rente stattfinden wird.
b) steuerlichen Wegen. des Eirilagerikentos der TA, daS den Saldo aus Steuerlichem

Eigenkapital und Nbminalkapital .übersteigt; mit der Folge, dass auf ahsehbare
. .
Zeit, Ausschüttungen an
Anteilseigener steuerlich als RüCkzahlung von
Einlagen:gewertet werden, mit. der weiteren Folge, dass,diese.AUsschütturigen
keiner Steuer untediegen, hat die Gutachterin .die Ausschüttungen In Phase II
nicht urrr die persönliche Einkommensteuerder Anteilseigner gekürzt. Diee wird
von den Antragstellern als ihnen günstig,. auch nicht angegriffen:.
c) c) Denigegenüber hat die.
Gutächterin die Wertbeiträge aus Thesaurierung einer
typisierten Veräusserungsgevvinnbesteuerung unterworfen. Dies ist nicht zu
beanstanden.
Es ist in Bewertungspraxis und Rechtsprechung-anerkannt, dass die
,
persönliche
Einkommeneteuer der Anteilseigner bei Ermittlung der zukünftigen Erträge
wertmindernd Berücksichtigung zu finden hat, wobei angesichts der Vielzahl der
betroffenen aussenstehenden Aktionäre typisierte steuerliche Verhältnisse
anzunehmen sind (vgl. IDW S 1 2008 Tz. 31 und 43 ff und z.B. OLG'München,
Beschluss v. 17.07.2007,31 WX 60/06, Rz. 31« und OLG Stuttgart, BeschluSs v.
19.03.2008, 20 W 3/06, Rz. 66 ff, zitiert jeweils nach jüris).
Umstritten ist vor diesem Hintergrund, wie die Wirkung der

34
Unternehmenssteuerreform 2008 vom 06.07.2007 zu erfassen ist. Danich sind
Zins- und Dividendeeinkünfte sowie realisierte Veräusserungsgewinne pairschal
mit einer Steuer von 25% abzugelten; wobei nach der Obergengsregel nur
Veräusserungsgewinne auf Aktienerwerbe nach dem 01.01.2009 zu versteuern
sind.
Würde bei . der Bewertung nun gänzlich von einer
Veräusserungsgewinnbesteuerung abgesehen, so "wären darifit zwar die
tatsächlichen steuerlichen Wrhältnisse der Anteilseigner, die vor dem 01;01.2009
ihre Anteile eiwerben heben" zutreffend, abgebildet Andererseits wären die
steuerlichen Verhältnisse von Anteilseignern, die nach dem 01,01;2009 die
Anteile erwerben, nicht berücksichtigt. Auch wäre nicht berücksichtigt, dass die
-
zukünftige Erhöhting der:Steuerbelastung vom Markt bereits Vor dem 01.01.2009
,,eingepreistg. wird und 'Altanteilseigner bei Verkauf ihrer Anteile einen Abschlag
auf .den Preis hinnehmen mgssen, der sich an der zukünftig zu entrichtenden
Abgeltungssteuer der Käufer orientiert.
Hinzukomint als weitere" Schwierigkeit , daes die effektive Steuerbelattung bei
zunehmender . Haltedauer durch Steuerstundungseffekte abninitrit Auf die
Untersuchung von .Wiese in WPG 2007, 370 f, wonach der effektive Steuereatz
auf Veräusserungagewirine- :bei:'marktüblicher Kursgewinnrendite bej einer
Haltedauer von 10 Jahren 22,433%, bei einer Haltedauer von 20 jahren 18,767
%, bei einer Haltedauer'von 30 Jahren 15,799% 'und bei einer Haltedauer von 50
Jahren mir noch 11,536 % beträgt, wird Bezug genommen.
Vor diesem Hintergrund hält es :die Kammer, insbesondere <unter dem -
Gesichtspunkt, dass das Bewertungsmodell von einem Unternehmen mit
unendlicher Lebensdauer ausgeht und dass wegen' des oben dargeitellten
unterschiedlichen Wertes des Anteils für Altanteilseigner und Neuerwerber nicht
alleine die steuerlichen Verhältnisse der Altanteilseigner massgeblich sein können,
für vertretbar, wenn die Gutachterin und ihr folgend die .Prüferin (vgl.
Übertragungsbericht S. 57 und Prüfbericht S. 34 f), zur Typisierung der
steuerlichen Verhältnisse eine - Veräusserungsgewinnbesteuerung in Höhe des
halben nominellen Steuersatzes in Höhe von 13,18% unterstellen.

35.
d) Soniit ergeben sich Nettozuflüsse an die:Anteilseigner wie folgt'
.3 Monate 2010 2010/11 2011112 2012/13 2013/14 2014/15 2015/16
ausschüttungsfähiges Ergebnis 666 7.781 12.426 14.254 14.827 15.516 15.318
AueschOttung 0 0 0 0 0 7.859
Wertbeitrag aue Thesaurierung 665 7.781 12.426 14.254 14.827 15.516 7.659
Bruttozufluss 666 7781 12.426 , 14.254 14.820 15.516 15.3180
Einkommensteuer 0 0 0 0 0 0
Veräusserungsgewinnbesteuerung -88 -1.026 -1.639 -11878 -1.955 . -2.046 -1.010
'Nettozufluss.- 578 ' 6.755 10.787 12.375 12.827- , 13.470 14.308
5, Kapitalisierung der Nettoeusschtittung
a) Basiszinssatz
Der Basiszinssatz ist regelmässig ,.aus dem durchschnittlichen Zinssatz für
öffentliche Anleihen oder für langfristige festverzinsliche Wertpapiere also aus
landesüblichen Zinesätzen für (guesi-)iisikofreie Anlagen am Kapitalmarkt

.
abzuleiten. Zu ermitteln ist der, aus der Sicht des Stichtags von kurzfristigen
Einflüesen bereinigte, künftig auf Dauer zu erzielende Nominalzinssatz' (st. Rspr.
vgl. z.B. OLG München Beschluss vorn 02:04.2008, 31 Wx 85/06, Rz: 25, mit
Verweisen euf- die betriebswirtschaftliche Literatur und Beschluss vom
19.01.2006, 31 VVx 92/05, Rz. 27, zitiert jeweils nach juris).
Diesem Grundsatz entspricht es, wenn die, Gutachterin und ihr fölgend die

Prüferin auf Basis der 'von der Deutschen Bundesbank - veröffentlichten
Zinsstrulcturdaten in der Phase der Detailplanung, wie in der Phase der ewigen
Rente, einen Basiszinssatz von 4,00 % vor persönlichen Einkommensteuern
angenommen. habeh. Dieser Basiszins ist zu Gunsten der Anteilseigner
werterhöhend abgerundet, wie eine von der Prüferin im Aüftrag der Kammer für
einen .3-Monatszeitraum vor dem 20.042010 angestellte Berechnung zeigt,
wonach der Basiszins ungerundet 4,03 % beträgt (vgl: ergänzende
Steliungnahme vorn 19.12.2012, S. 4).
b) Markthsikoprämie u. Risikozuschlag
(1) Zu der Frage des Risikozuschlags nagt die Kammer an ihrer bisherigen
Rechtsprechung, insoweit folgend dem BayObLG (vgl. beispielhaft BayObLG
in AG 206, 41 ff) und dem OLG München (vgl. beispielhaft OLG München in
AG 2007, 287, Beschluss vorn 31.03.2008, Az 3 (1 W 88/06; und Beschluss

36
vom 14.07.2609, 31; Wx 121/06, zitiert jeweils- nach juris) fest, dass der
Risikozuschlag von demi Gericht zu schätzen und
.
nicht
.
nach der CAPM zu
ermitteln ist.. Massgebliche Oberlegung ist dabei, .dass die CAPM der
pauschalen Festlegung aufgrund von Erfahrungswerten nicht überlegen ist
Denn hier wie dort hängt das Ergebnis in hohem Masse von der subjektiven
Einsähätzung des Bewerters ab, Bei Schätzung des Risikozuschlags
unmittelbar ausgeübt, bei Anwendung der CAPM mittelbar ausgeübt durch
Auswahl der Parameter für die Berechnung von Marktrisikoprämie und Beta-
Faktor (vgl. die ausführliche Kritik des OLG München am der CAPM,
insbesondere an deren Scheingenauigkeit in dem Beschluss des OLG
München vom 14.07.2009 a.a.O., Rz 20 ff, zitiert nach juris),
(2) Eine Schätzüng des Fdsikozuschlages führt, vorliegend nun dazu, daeä sich-
der ErtragSwert der TA erhöht Denn abweichend von Gutachterin und
Prüferin hält die,Kanwher einen RieiköZgSchlag:Von 4,50:% für - diePhase der
Detailplanung und von 4,00
.
: % für !die Phase der ewigen Rente:für
ngernessen. Im Einzelnem
' . .
Nach der Rechtsprechung des BayObLG urid des OLG München, der, wie
ausgeführt, die Kammer insoweit ständig folgt, bedarf die Annahme eines
Risikozuschlages von mehr eis'2 % einer besonderen 'Begründung (st Rspr.
vgl. Z.B. BayObLG AG 2066, 41/44, OLG München, BesChluss vom
19.10.2006, 31 Wxx, 92/05, Rz. 27, und- OLG München, Beschluss vom
02.042008, 31 Wx 85/66, Rz. 37, zitiert nach juris). Des bedeutet jedoch
nicht, dass dieser Wert, ohne nähere Prüfung stets zugrunde zu legen ist Ein
derart ichematiierter Wert würde vielmehr dem Einzelfall nicht gerecht (vgl.
OLG München, Beschluss vom 10.5.2607, 31 Wx 1 .19/06, Rz. 22, und
Beschluss vom 02.04.2008, 31 Wx 85/06, zitiert nach jüris)'. :Für die
empirische SchätZung des Risikozuschlages muss in jedem Fall der
konkreten Situation des jeweiligen Unternehmens Rechnung getragen
werden, wobei der in § 203 Abs. 1 BewG vom Gesetzgeber festgelegte
Zuschlag von 4,5 % zum Basiszinssatz einen Anhaltspunkt für das
durchschnittliche Risiko des gesamten Marktes bieten kann (st Rspr. vgl.
OLG München, BeschluSs vom 14.07.2009, 31 Wx 121/06, Rz. 29, zitiert nach
juris, zuletzt Beschluss vorn 06:02.2013, 31 Wx 520/11; S. 12 BA und vom
07.02.2013, 31 Wx 122/12, S. 11 BA). Auch Wenn diese Vorschrift nur bi
vereinfachten Ertragswettverfahren zur Anwendung korrimt, zeigt
-sie die

37
Wertung des Gesetzgebers, dass ein ,solcher Zuschlag im Regelfall als
geeignet ist, die RiSiken einer Investition in ein Unternehmen angemessen
abzubilden.
Die Verhältnisse der TA geben nun keinen Anlass, anzunehmen, das mit einer
Investition in ihr Unternehmen verbundene Risiko sel geringer oder höher als
durchschnittlich:
Nach den nachvollziehbaren Angaben der Prüferin in ihrer ergänzenden
Stellungnahnie vom 20.092012 ist. des Unternehmen der 'TA von folgenden
Risikopositionen geprägt:
- Der wichtigite Absatzmarkt der TA ist .Deutschland. Als , entwickelte
Volkswirtschaft ist der deutsche Markt für die von der TA angeboten
Leistungen in erheblichem Grad gesättigt Umsatzausweitungen lasgen
sich fast nur noch durch preisiugeständnisse erzielen.
- Dieses Risiko wird dadurch .verschärft dass der Markt: 'von grossen
Herstellern dominiert wird, der " Marktanteil von TA in allen
Marktsegmenten jedoch deutlich unter 10% liegt
- TA alsseine Händlerin ist in besonderem Masse von der Gruppe'
abhängig, die quasi Monopollieferant ist Verzögerungen der
Produktentwicklung oder falsche Markteinschätzungen durch die
Grüppe treffen die TA daher'in besonderem Masse, ohne dass TA Einfluss
nehmen- könnte.
- TA zählt nicht Eindverbraucher zu, ihren Kunden, sondem 'Fachhändler,
mittelständisOhe Unternehmen und die öffentliche Hand. Die Leistüngen
von TA stellen für ihre Kunden Investitionen dar. Investitionen sind jedoch
stark
,
zyklisCh, woraus sich ein erhebflöhes konjunkturelles Risiko, ergibt,
dass dadurch verschärft wird, dass die Leistungen, die TA anbietet, nach
den Erfahrungen der Vergangenheit die sind, auf die in der. Krise als
erstes verzichtet wird und eher die letzten sind, die nach der Krise wieder
in Anspruch. genommen werden,

38
TA weist. durch die Pensiönsverpflichtungen einen hohen
Verschuldensgrad und damit ein hohes Kapitalstrukturrisiko atü;
Unter Berücksichtigung der genannten Faktoren schätzt die Kammer den
Risikezuschlag für die Detailplanungsphase mit durchschnittlichen 4,5 % und
in der Phase II mit 4,00 % Der insoweit niedrigere ZuSchlag rechtfertigt sich
daraus, dass, wie ausgeführt, die Kapitaistrulstur der TA wesentlich von den
Pensionsverpflichtungen beeinflusst ist, der Einfluss jedoch endlich -1st, was in
der Zukunft zu einem niedrigeren Verschuldensgrad führen wird. Diesen Effekt
sieht die Kammer. mit einem Abschlag von 0,5% in Phase II hinreichend
berücksichtigt.
c) Wachstumsabschlag
Nach den nachvollziehbaren Erwägungen der Prüferin (vgl. Prüfbericht S. 31 ff
und Angaben ihre Mitarbeiter im Termin vorn 11.10.2012, BI. 478 d.A.), denen
sich die Kammer ansöhliesst, ist ein Wacheunisabschlag in Höhe von 1 % in
Phase II angemessen,
In der Phase der Detailplanung werden dynamische Entwicklungen, wie Preis-
oder Mengensteigerungen bei der Prognose der finanziellen Überschüsse, somit
im Zähler der Bewetungsrechnung, berückSichiigt In der Phase der ewigen
Rente werden nachhaltige Wachstumseffekte, die zu stetig Wachsenden
finanziellen Oberschüsse' führen, im. Nenner der Bewertungsrechnung durch
Annahme- eines Abschlages auf den Kapitalisierungszins berücksichtigt Der
Abschlag hat also das nachhaltige Wachstum für das betrachtäte Unternehmen In
der Phase der ewigen Rhnte zu erfassen (vgl. Dörschell :U.a., der
Kapitalisierung szins in der Unternehmensbewertung, Düsseldorf 2012, 5! 313 f).
Somit umfasst. der Wachstumsabschlag eine inflationsbedingte KoMponente,
,(denn Unternehmen können Kostensteigerungen zumindest teilweise durch
Rationalisierungsmassnahrnen 'oder Weitergabe en Kunden auffangen, ohne
Gewinneinbussen hinnehmen, zu müssen) sowie weitere Komponenten, die sich
aus Mengen- und Strukturändefungen ergeben (vgl. Dörschell u.a., aa.0., 5.315
f Lind st: Rspr. vgl. z.B. 13ayObLG in AG 2006, 41/44, OLG München, Beschluhs
vom 14.07.2009, 31 Wx 121/06; Rz. 30, OLG Stuttgart, Beschluss vom 14. 02
2008, 20 W 9/06, Rz. 84, OLG Frankfurt, Beschluss vom 02.05.2011, 21 W 3/11,

39
Rz. 64. iewells zitiert nach iuris).
Der Gutächterin insoweit folgend, hat die Prüferin vor dem Hintergrund der Ende
2009 zu erwarteten Preissteigerung von im Durchichnitt 1,04 % sowie, unter
Berücksidhtigung von empirischen Untersuchunen wonach das durchschnittliche
Gewinnwachstum westdeutscher "- Industrieunternehmen unabhängig vom
Kohjunkturzyklus 45 % bis 50 % der durchschnittlichen Preissteigerungsrate
beträgt, einen Wachstumsabschlag von 1;0 % für plausibel und angemessen
'erachtet.
Dem folgt die Kammer, Mit einem Wachstumsabschlag in dieser Höhe ist nach
Auffassung der Kammer der Chance- sowohl eines preis - wie auch eines
Mengen - und strukturinduzierten Wachstums (der Nettoeinnähmen der
Anteilseigner, nicht des Umsatzes) angeSichts des Marktumfeldes der TA
ausreichend Rechnung-getragen.
d) Somit errechnet sich der massgebliche Kapitallsierungszine wie folgt:'-
2010
-. ...
2010/2011
. .
. .
.201112012 ., -20.14013 .2013/2014: 2014/2015- ,201512016'
B
,,i
iisziii '/Es
t..
.. .. 4,00°% :4:00 eh' :, i4,00 k. 4,00:16:.: T ioo % .. :
'1,08k.. .
4,90 %: .
,(i . ,661% ..
4,09 %
..1,96., tyjdke,.i...s :sf :: . :, 1',0.%: 1 ,p4% .. ips%, ..- 1;06 % ..
.Esäsisiin ii.
si'.. : .2194
% .'2,94
" 4;.: - . ..2194.Y °: P:' 24% '' 2;"%; . '. 2'94*:' ' '94 % '
RiikÖzüsäteg .':, .; 4;0Ph 1'4,50% '
4,50%'
' . .4;59, . .' 4'50-% :-.- 40'%
4,00%'..
'''
iW84110insäbichlag:
1;00 %
.. J
4
3.
::±ine. s i;... . 7;44 % .
.
:7,44% ''. :7,44 % ,:.., '7,44
.
% . 7;44% ' 7' ,44_%: 8,84 %
6, Unter Anwendung ,,diee KapitaliSierungilinees errechnet eich, der Barwert der:zün
Sterbg den Anteilseignern zufliessenden Erträge dann w e folgt in TE:
2010 2010/11 2011/1 2 2012113 2013/14 " 2014/15 2015/1 0ff
zu känitii: Argebfiis 578. ' 8755 ' 10.787. 12.375 : , 12:827 13.470 14.308
KapSiSrungszins In % 7;44% 7446 h: ' . 7.44% 744% . 7,44% 7,44% 5,94%
Bidniertfaktor 0,930710 .0.866222 0,808202 0,750341, 0;698350 1 6,649961 10,933277
Barwett: 538. 5.851 8.696 9.265 13.958 8.755' 156.433

40
IV. Wie ausgeführt sind diesen Erträgen die: Sonderwerte der TA zuzuschlagen. Diese Werte
schätzt die Kammer zum Stichtag mit insgesämt - Euro 85.132.000. Dabei geht sie im
Einzelnen von den folgenden Sondenwerten aus:
1. Die Lasten aus. dem Versorgungswerk ergeben einen negativen Sonderwert von
Euro 85.944000. Insoweit folgt die Kammer der Gutaghterin und der Prüferin Weder ist
es fehlerhaft, dass im' Übertragungsbericht diese Lasten als Sonderwert
berücksichtigt sind, noch ist der Wert der Lasten falsch ermittelt
aj Sowohl bei der TA; wie bei der UTAX GmbH bestehen umfangreiche Peileions-
zusagen. Die Versordungswerkesind geschlossen. Es sind nur noch'wenig aktive
Mitarbeiter der TA versorgyngsberechtigt,' während demgegenüber die .Zahl der
bezUgsberechtigten Pensionisten hoch ist Es ist daher die Pensionsrückstellung
durch einen hohen jährlichen (zahlungswirksamen) Verbrauch und eine deutlich
geringere. Zuführung aus der jährlichen Aufzinsung der pensionsverpflichtung
geprägt
b) Die.. Gutachterin hat diesen Sachverhalt nicht bei Ermittlung der zu
kapitalisierenden Überschüsse berücksichtigt, sondern sie hat einen Sonderwert
gebildet.
Hierzu hat sie in einem ersten Schritt den Planansatz für 'Personalkosten um
*Wändewirksame , Pensionszahlungen ,. bzw. Zuführungen zu den
Pensionsrückstellungen bereinigt Lind sodann ; die Zinsaufweridungen für
PensionsVerpflichtungen im Finanzergebnis eliminiert .(vgl Übertragungsbericht
St 56). In der Planung fanden lediglich : noch Zahlungen an den
Pensionssicherungsverein Berücksichtigung, die allerdings auf einem niedrigeren,
durchschnittlich zu erwartenden, Niveau als 2009 geplant Waren. Bei dieeen
letitgenannten Zählungen handel( es sich nicht um Zahlungen auf
Pensionslasten, die daher nicht zurückgestellt, sondern unmittelbar als Aufwand
gebucht werden (vgl: auch Angaben im Terfnin vom 11;10.2012, BI. 476
d.A.).
Sodann hat :die Gutachterin, den Verkauf der Pensionsverpflichtungen zuni
31.1/2009 fingiert, wobei sie als Verkaufspreis den Barwert der 'Verpflichtungen,
bestimmt nach den International Financial Reporting Standards (IFRS)

41
angenommen hat und von einer vollständigen Eigenfinanzierung -des
Verkaufspreises ausgegangen ist. Die steuerlichen Auswirkungen des Verkaufs
hat die GutSchterin beachtet. Sodann hat die Gutachterin den Barwert zum
31.12.2009 auf den 20.04.2010 aufgezinst Die Prüferin hat diese Ermittlung des
Sonderwertes ausdrücklich gebilligt Sie ist auch , aus Sicht der Kammer geeignet,
den (negativen) Wert der Pensionsitemflichtunden bestmödlich zu.erfassen.
c) Keiner Entscheidung bedarf, ob, die Berücksichtigung der Verpflichtungen als
Scnderwert angezeigt war, oder ob .nicht im Hinblick auf Tz. 59 ff IDW S 1. die
Belastungen aus den Veriorgungszusagen in die Planrechnung hätten integriert
werden müSsen. Denn wie die Prüferin überzeugend dargelegt hat, stellt eine
BerückSiChügung der Lasten: als SonderWert die aussenstehenden Aktionäre nicht

schlechter.
(1) Die prüferin hat in ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 20.09.2012' und 'in
,
.
ihrer weiteren Stellungnahme vom 05.11.2012 ausgeführt und ihre Mitarbeiter ,
haben im Termin vom' 11.10.201a ins Einzelne gehend ' erläutert, dass eine

planung: die die Tasten aus den Pensionsverpflichtungenintegriere, zu
erheblichem. Zinimehraufwand durdh die AUfiirisung der
Pensionerückstellungen einerseits: sowie die Fremdkapitalzinsen aua der
Finanzierung- andererseits führe. Im Einzelnen würde dieser Effekt erzeugt
dadurbh;.dass
- die Pehsionsrückstellungen wieder eingebucht werden müssten,. mit der
Folge, dass sich das zinstragende Fremdkapital erhöhe,
- Auszahlungen auf Pensionen in Höhe von Euro 9,000.000 bis Euro 10.000.000
im Jahr zu berücksichtigen seien,
- in der. Gewinn- und Verlustrechnung Zinsaufwand wegen der jährlichen
Aufzinsupg der Pensionsrückstellungen additiv, erfasst werden müsse,
eine Steuerersparnis gleichwohl' nicht eintrete, weil TA eine steuerliche
Gestaltung gewählt habe, nach der die Pensionsrückstellungen in der
Steuerbilanz aufgelöst worden seien, mit der Folge, dass Ayszahlungen in
die Steuerbilanz nicht eingestellt würden,

TA 1,12. !.11;221442.kill701.819804110511812
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4,00%. 4,50%
l 2,95% 2,9569 2,95% 2,95%
4.513% 4,50% 4,50% . 450%
0.1126 0,826 2,826
156.222 153,489 153.545 154.509
165,02% 157,96% 143,19% 13207%
1,82 . 1,78
11.1511'. 10,95% 10,56% 19,42%
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'4,50%
0,826
154274
13833%
- 2,826
156.139
137,05%
1,65
0,826
157.604
128,82%
1,67
14.33%' 10,39% 9,44%

42
der- Cash-Flow-Effekt in Höhe'von rund Euro 10.000.090 p.a. zu Kapitalbedarf
führe, der finanziert werden müsse, mit der Folge, dass im Laufe der Zeit
lie Bankschulden anviffichsen bis in Höhe der Pensionsrückstellungen,
vobei diese Schulden zu verzinsen seien, was sich in erhiblichem
:insmehraufwand niederschlaste.
Nese Effekte Wirkten sich, unrnittelbar auf die Nettozuflüsse an die
nteilseitmer aus, die sich dann darstellten wie fofat:
T' Tit@i rl .44 P4e9P4 17i9 . 41
2
58
i 47. r:
2188964 P

edrren
$ 4809111, 2549a 80 2i 1148 , 3
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4288621411 .1 '
? 14-44% 1 8717e71
i1 1611 11994 1 602
28076888-81 240222 9
6284.9.25N1019:049220818218
6.20141117321119- 3455 -1$221 2ung
11512.759;62004,7,-'
. : 1612
1873 11.519 10.44i
'0.782
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.12206 ; 1200 73%
-15 -864 -7244
,5 758 1010
4.043 ' 1.724

1412 ' 4.013
511
0%
7458 -
4.010
0 :551
22814 24240 353211 25.680
4.118 4722 -3591 -3311-
4323
12.835 pakt .15,731 14965
.6.421 . -6.552 -7832
4751 5269 4116
11,425
Iljes 12.631 I409.1 11475
4% 3% 14 50%
tr 5737
0 0
11 75.9 12402 14.044 5737
-1416 -1.665
iiss ums . 16411
270:2: "' 'yEta T11& .TEUR: '15111 TEM ' 41121 1 25 '
Zudern ändere sich der periodenspezifische KaPitaiisierungszins weil die
Nettoverschuldüng Steige und . damit die Kapitalkosten und der
Versöhuldensgrad, was sich wieder - Wegen des höheren
Kapitalstrukturrisikos - im Kapitelisierurigszinssatz niederschlage wie folgt
uer vvert Alaie zum
sucmag Hege, wie die' folgende Kontrollrechnung zeige,
bei Berücksichtigung der Änderungen nicht höher als Euro 1,78:

30 10 2 D11
TEUR mm
. .
3 ' .2019
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2016
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97.170 107.231 111.905 111155 113.930 113.534
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97.170 107.822 11E1.554- 123556
124,395 129,770
11,15% 10,9693 10,6655 10,42% 10,37% 10,39% 9,44%
0,9743 0,9012 > 0.9045 0,9055 0,9050 0,9059 10,5927
94.669 ' 97.170 107231 111.9r15 11310 113930 113.534 ,
-
666
17-5
96.460
1,028
98,595
55.3E11.275
(2> Die Ausführungen der Prüferin zu den Effekten einer integrierten Planung der
Pensionslasten auf die Nettozuflüsse und den Verschüldensgrad über?eugen.
Es wird von den Antragstellern auch nichts substantiiert dagegen eingewandt..
(3)Daraus folgt, dass auch dann, wenh man mit; der Kammer den
Kapitalisierungszitis nicht hach der CAPM ermittelt, sondern schätzt, sich bei
einer integrierten Planung der Pensionslasten keine höherer Wert / Aktie als
bei Berücksichtigung.der Lasten als Sonderwert ergibt,
Dies zeigt die in Anlage 2 zu diesem Beschluss durchgeführte
kontrollrechnung der Kernmer. Dieser Rechnung wurden die.von der Prüferin
ermittelten Nettozuflüsse bei integrierter Planung unter Berücksichtigung der
beschriebenen Effekte zu Gründe gelegt. Es, wurden zudem die Sonderwerte
um den neaativen Sonderwert der Pensionslasten bereiniat.
Es hat die Kammer jedoch weiter die drastisch verschlechterte Kapitalstruktur
der TA bei integrierter Planung berücksichtigt und. den ftieikozuschlag
periodenspezifisch um - angesichts des ausserordentlich hohen
Versdhuldensgredes der TA - eher geringe 1,6 %-Punkte erhöht. Dies führt
wie anliegende Berechnung zeigt, zu einem Wert/ Aktie in Höhe von nur
Euro 2,12:

44
2. Ebenso wenig ist die Bewertung des Grundstück Chemnitz zu beanstanden. Die
Prüferin hat den irn Übertragungsbericht festgestellten Wert in Höhe von TEUR 125
anhand von Bodenrichtvvertauskünfteh der Stadt Chemnitz nachvollzogen und
gebilligt.
a Keinen Ansatz finden demgegenüber bei Ermittlung der Sonderwerte die Marke
"Triumph Adler'', gewerbliche Schutzrechte, liquiden Mittel und stillen Reserven des
Anlagevermögens. Zu Recht sind derartige Werte im Übertragungsbericht nicht
berücksichtigt.
Nach ständiger Rechtsprechung (vgl. z.B. BayÖbLG, Beschluss vom 28.10.2005, Az.
3Z BR 071/00, dort Rz. 42; zitiert nach juris) wird vermutet, dass diejehigen
Vermögens- und Schuldposten betriebsnotwendig sind, die ein Unternehmen zur
Erzielung finanzieller Überschüsse benötigtDazu gehören auch Kassenbe.stände und
Bankguthaben (vgl. BayObIG a a A). Anhaltspunkte, die diese Vermutung im
vorliegenden Fall Widerlegen könnten, sind von den Antragstellern nicht vorgetragen
und auch nicht ersichtlich.
Zutreffend geht. der übertragungebericht weiter davon aus, dass gewerbliche
Schutzrechte, Marken usw. keine SonderWerte sind Diese Werte sind Grundlage für,
den Erfrag des Unternehmens- und daher bei
:
Berechnung des Ertragswertes
berücksichtigt. Dies gilt selbstVerständlich auch für die Marke ,Tritimph-Adler.
Gleldhes gilt für stille Reserven. Sämtliche immateriellen Werte der TA wurden, dem
BewertungsMOdell folgend, als Basis der künftigen - Umsätze und Erträge bei
Ermittlung dieser: Erträge mitbewertet Ihr Wertbeitrag ist im Ertragswert der TA
enthalten.
4. Somit ergeben sich zu berücksichtigende Sonderwerte wie folgt:
Assoziierte Unternehmen .684.000
GrundStOck Cherrinitz . 128.000
Pensionsverpflichtungen -85.944.000
-85.132.000

45
V. Daraus errechnet sich ein Uhternehrnenswert der TA - zum Stichtag in Höhe von
Euro117.900.383 wie in Anlage 1 zu diesem Beschluss und hieraus ein Wert /Aktie Aktie in Höhe
von Euro 2,13:
D.
Aus dem Börsenkurs der Aktien der TA,ergibt siCh kein höherer Wert /
L Die Berücksichtigung des Börsenkurses bei der Bewertung der Anteile der
aussenstehenden Aktionären ergibt ..sich aus verfassungsrechtlichen Vorgaben. Sie
beruhen auf der Erwägung; dass die Aktie nicht nur eine. BeteillgUng ein Unternehmen
der Gesellschaft darstellt, was zu einer UnternehmenSbewertuhg.führen muss, sondern

.
dase sie auch ein selbständiger verkehrsfähiger Vermögensweil ist DarauS leitet des
lEiVerfG ab, dass ih den Fällen, in denen nach dem AktG eine Barabfindung zu gewähren
ist, der Börsenkurs nicht unberücksichtigt bleiben darf, mit der Folge, dass ' der
Börsenkurs stets die. Untergren±e der angemessenen :Barabfindung darStellt (st Rspr.
vgl. LB. BVerfG in BVerfGE 100, 289, 305, 307, 310, in AG 2000, 40 ff und in ZIP 2007,
175
ff). Diese Rechtsprechung ist vom BGH übernommen. werden (vgl. LB. Beschluss
vom 12.03.2001, 11 ZB 15/00, Zitiert nach juris).
11. Mit Beschluss vom 19,072010 hat der BGH zu der ErMittlung eines für
Abfindungszwecke bei aktienrechtlichen Strukturmassnahmen massgeblichen
Börsenkurses entschieden, dass der einer angemessenen Abfinching zugrunde zu
legende Börsenwert der Aktie grundsätzlich- äufgrund eines nach Umsatz gewichteten
Durchschnittskurses innerhalb einer dreimonatigen Referenzperiode . vor der
Bekanntmachung cler Strukturmassnahme zu ermitteln ist (vgl. BGH, Beschluss vom
19.07.2010, Az. II. ZB 18109, Rz. 12 ff, zitiert nach juris). Dieser Auffassung folgt die
Kammer,

46
1.. Leitende Erwägung bei der Entscheidung des BGH vom 19.07.2010 war es, zu
vermeiden, dass Abfindungswertspekulationen den für die Höhe der Abfindung
massgeblichen Börsenkurs beeinflussen. Derartige Spekulationen befürchtet der BGH
von der Mitteilung der angebotenen Abfindung an, also spätestens ab Einberufung
der Hauptversarnmlung. In aller Regel, so der BGH, nähere sich der Börsenwert ab
diesem Zeitpunkt dem angekündigten Abfindungswert. Dabei werde er in der
Erwartung eines Aufschlags im Spruchverfahren oder - als Lästigkeitsiivert - im
Anfechtungsprozess häufig leicht überschritten. Der angebotene Preis für die Aktie
werde sicher erreicht, Ungewiss sei lecligliCh, ob und in welcher Höhe im
Spruchverfahren oder schon im Anfechtungsprozess ein Aufschlag durchzusetzen sei
(vgl. BGH a.a. O. ., Rz. 22). Aber auch schon vorher sieht der BGH Spekulationsgefahr,
Denh schonvor der Bekanntgabe des Abfindungeangebots andere sich mit der
Bekanntgäbe der Massnahme die BörsenbeWertung von der Erwartung an den
künftigen Unternehmenswert hin zur Erwartung an, die künftige AbfindUng oder den
künftigen Umtauschkurs; was nicht Aelten zu heftigen Kursausschlägen führe, weil
der Phantasie in beide Richtungen.keine Grenzen gesetzt sei. Da nur Antrageteller
sein könne, wer die Aktien bereits vor der Bekanntmachung der
.
Tagesördnung
erworben habe, die mit der Bekanntmachung der Abfindungshöhe zeitlich häufig
zusammenfalle, beginne die Spekulation auf den LäStigkeitsWert bereits mit der
Bekanntaabe der Massnahme II3GH a.a:0.. Rz. 221.
Damit ist'vorliegend massgeblicher Zeitrauin für die Ermittlung des Böreepkurses der
Dreimonatszeitraum vor dem 30.11.2009. Denn an diesem Tag hat die TA ad hoc
mitgeteilt dass die Antragsgegnerin verlangt habe, die HauptverSammlung der TA
möge die Übertragung. der Aktien der Minderheitsaktionäre auf die Antragsgegnerin
beschliessen. Nur die Festlegung dieses Tages als Ende des Referenzraumes
sahliesst. eine Beeinflussung des Börsenkurses durch Abfindungswertspekulationen
aus..
Davor, dass der Börsenkurs durch:eine Bekanntgabe fixiert wird, die Aktionäre damit
von einer nachfolgenden positiven Börsenentwicklung ausgeschlossen werden, und
die bekannt gegebene Strukturmassnahme dahn nicht in absehbarer zeit umgesetzt
wird, sind die Aktionäre dadurch geschützt, dass der Börsenwert entsprechend der,
allgemeinen oder branchentypischen Wertentwicklung unter Berücksichtigung der
seitherigen Kursentwicklung hochgerechnet wird (vgl.' BGH a.a.O. Rz. 29). Dabei geht
der BGH, wie der Verweis auf Weber, ZGR 2004, 280/287, in dem zitierten Beschluss
deutlich macht, davon aus, dass eine sachaerechte Methode für diese Hochrechnuna

47
die linear proportionale Fortentwicklung des ermittelten Börsenkurses in Relation zur
.entsprechengen WertentiviCklung eines als relevant erachteten Vergleichsindex ist.
Ab welchem Zeitraum ..zwischen Ankändigung und EntsCheidung 'über die
Strukturrnassnahme diese Hochrechnung erforderlich ist, lässt der BGH offen. Der
Entscheidung ist lediglich zu entnehmen, dass ein Zeitraum von 7 1 /2 Monaten eine
.

Hochrechnung notwendig macht. Der vorliegend. gegebene Zeitraum von lediglich 5
Monaten zwischen Bekinntgabe und Beechluse der Hauptversanimlung wird von der
Kammerdemgegenüber nicht als zu lange im beschriebenen Sinne angesehen.
III.. Der Börsenkurs.im relevanten fflonats-Zeitraum vom 29.08.2009 bis 29.11.20ä9 ist von
der Prüferin mit Euro 1,891 Aktie`ermittelt werden. Substäntiierte Einwendungen hiergegen
haben die Antragsteller nicht erhoben.
Damit liegt der relevante Börsenkurs. deutlich unter dem Wirt (Aktie .,bei .
13erüCksichtigung 'des Unternehmenswertes der TA nach Eitragsvdertverfahren. Er ist
daher nach, den oben dargestellten Grundsätzen nicht bei der Bestimmung der

Barabfindung zu berücksichtigen..
I. Nach § 15 Abs. 2 Satz 1 SpruchG sind die Gerichtekosten, einschliesslich der Vergütung
des gemeinsamen Vertreters, von der Antragsgegnerin zu tragen. Das Ergebnis des
Verfahrens gibt keinen Anlass, eine abweichende Entscheidung zu treffen.
Im Hinblick auf die den Beteiligten entstandenen Kösten der zweckenteprechenden
Rechtsverfelgung gilt der Grundsatz, dass jede Verfahrenspartei ihre eigenen Kosten
selbst trägt, §:15 AbsA Sprucha Nachdem die Kammer die angemessene Barabfinclijhg
jedoch höher als das Angebot der Antragsgegnerin festgelegt hat, die Anträge der
Ahtragsteller somit erfolgreich waren, entspricht es der Billigkeit, insoweit der
Antragsgegnerin die Kosten aufzuerlegen. Dies 'gilt nicht, soweit der Antrag des
Antragstellers zu 95 unzulässig war.

4.284,80.
3.955,20
20,00
1.569,40
.9829,40
48
II. Der Geschäftswert ist gern; § 15 Abs. t Sati 4 SpruchG von Amts wegen festzusetzen.
Als Geschäftswert ist der Betrag anzunehmen, der von den Inhabern aussenstehender
Aktien nach Entscheidung des Gerichts zusatzlich zu dem ursprünglich angebotehen
Betrag insgesamt gefordert werden kann, hier somit 582.112 «55.381.257 X 4,57 %) X
0,23):
III. Die Festsetiung der Auslagen.und der. VergLitung des gerneinsamen Vedreters folgt aus
§ 6 Abs.2 SpruchG. Auf Grundlage des oben genannten GesChäftswertes
.
von 582.112
ergibt sich folgende Berechnung:
1,3 Verfahrensgebühr Nr. 3100 VV RVG
1,2 Terminsgebühr Nr. 3204 W RVG
Pauschale Nr: 7002 W RVG
Umsatzsteuer auf die Vergütung nach Nr. 7008 W RVG
Gesamt ,
IV. Die Anordnung der Veröffentlichung dieser Entscheidung folgt aus § 14 Nr.3 SpruchG
Gegen diesen Beschluss finden die 'Rechtsmittel der Beschwerde oder der
Sprungrechtsbeschwerde statt.
I Rechtsmittel der Beschwerde
Die Beschwerde ist. innerhalb einer Frist von einem Monat durch .EInreichung einer
Beschwerdeschrift, beim Landgericht Nürnberg-Fürth, Fürther Strasse 110, 90429
Nürnberg, einzulegeri. Die Frist beginnt mit der schriftlichen gekanntgabe des
Beschlusees. Erfolgt diese durch Zustellung nach den Vorschriften der
Zivilprozepsordnüng, ist das Datum. der Zustellung massgebend. Erfolgt die schriftlichen

49
Bekanntgabe durch Aufgabe zur Post und soll die Zustellung im Inland bewirkt werden,
gilt das Schriftstück drei Tage nach Aufgabe zur Post als bekannt gegeben, wenn nicht
der Beteiligte glaubhaft Macht, dass ihnl das Schriftstück nicht oder erst zu einem
späteren Zeitpunkt zugegangen ist kann die schriftliche Bekanntgabe an einen
Beteiligten nicht bewirkt werden, beginnt die Frist spätestens mit Ahlauf von fünf Monäten
nach Erlass, § 38 Abs. 3 FamFG. Fällt das ;Fristende auf einen Sonntag, einen
allgemeine Feiertag oder Sennabend, so endet die Frist mit Ablauf des nächsten
Werktages.
II. Rechtsmittel der Sprungrechtsbeschwerde
degen diesen Beschluss findet auf Antrag `unter Übergehung der Beschwerdeinstanz
unmittelbar die'Rechtsbeschwerde (Sprungrechtsbeschvverde) statt, wenn die Beteiligten
in, die Umgehung der BeschWerdeinstänz einwilligen und der Bundesgerichtshof die
Sprungrechtsbeschwerde zulässt Der Antrag auf , 'Zulassung der
Sprungrechtsbeschwerde und die Erklärung der Einwilligung geiter-Fels Verzicht auf das :.
Rechtsmittel-der Beschwerde.
Die Zulassung der Sprungrechtsbeschwerde ist durch Einreichüng eines Schriftsatzes
(ZulassungSschrift) beim Bundesgerichtshof, Herrenstrasse 45 a, 76133 Karlsruhe; zu
beantragen.
Die Frist für die Einlegung des Antrags. auf Zulassung 4der Sprungrechtsbeschwerde
beträgt einen Monat Sie beginnt mit der Zustellung des in vollStändiger Form
abgefassten BeschlueSes, spätestens aber mit Ahlauf vörlfürit, Monaten nach dem Erlass
des Beschlusses. Fällt das Fristende auf einen Sonntag, einen allgerneinen Feiertag oder
Sonnabend, so endet die Frist mit Ablauf des nächsten Werktages.
In dem Antrag muss dargelegt werden, dass die Rechtbsache grundsätzliche Bedeutung
hat oder die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen
Rechtsprechung die Entscheidung' de& Rechtsbeschwerdegerichts erfordert Für den
Antrag auf Zulassung der Sprungrechtsbeschwerde ist die Vertretung durch einen beim
Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt erforderlich, der die Zulassungsschrift zu
unterschreiben hat.

50
Die schriftliche Erklärung der Einwilligung des Beschwerdegegners ist dem
ZulasSungsantrag beizufügen oder innerhalb der oben genannten Frist zur Einlegurig des
Rechtsmittels beim Bundesgerichtshof einzureichen.

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2014 2015
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tyr :E3 C.-1
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2010 2010111 -
.4 Jay 0 = Jahr int Stichtag ;
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5
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7 Kapitallsierungszins ih %
7,44%
Barwertfälhor
0,9311710
9 Barwert
;:538 5.851
Ertragswett .
198.517.279
11 zzgl. pi betrAolvz. Verm.
12 Sonheiwert
13 UhternehmerisWert vorlähtig
198.517.279
14. AufzInsungsbetrag 4.515.871 theumert 117.901:150.
15. UnternehmensWert Stichtag
203k033.150 2.ä4 _ : 55.381.257
16 Berechhuhg Ahrz!nsuhg. - Wekija.Aldle .2,13 Euro
17- gensetzt1 Jahr aufgezinst; 213.296.494 . Beiesüffig MrAG
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. 5.388.082,57
18 Diffetenz der Erimaeiterte 14,77.944 tftlehrbelieteng . 582.112;39'Euro
19. Dalin vor!, Unternehmenswett
31.112009
.20 Dalurn Sichtag
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22 Tage im Jahr .
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